Leide-Acker: Leide-Acker

Rezenter Beleg aus Moischt  
Gemeinde
Marburg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Leide-Acker

Belegort

Belegtyp

rezent

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Acker

Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker im Untersuchungsraum über zweitausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (z.B. Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (z.B. Steinacker), nach der Größe und Form des Geländes (z.B. Langacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (z.B. Mühlacker) usw. In den frühen Belegen ist die Grenze zwischen Appellativ und Name manchmal noch fließend. Selten taucht Acker als BT oder Simplex auf.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Acker

Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker in Südhessen über sechstausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (Wigantsacker, Schultheisenacker, Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (Steinacker, Rübenacker), nach der Größe und Form des Geländes (Langacker, Krummacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (Ackher beym drey dorn) usw. Die ältesten historischen Belege reichen bis ins 12. Jh. zurück (ad Langenacker, ad Obernacker CodLaur, Nr. 38 14), doch ist die Grenze zwischen Appellativ und Name in manchen frühen Belegen noch fließend (Raunheim 14. Jh. an der Herren Ackir). Relativ selten taucht Acker als BT, noch seltener als Simplex oder Diminutiv auf. Crumstadt weist die Kombination Acker + Furche auf; der GT in Groß-Bieberau/Ueberau (zusammengehörig) geht auf zersprochenes Rain (s. d.) zurück, da Au immer fem. ist.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Leite, Liete f.

1

Leite, ahd. lîta sw.f. (Schützeichel 115), mhd. lîte sw.f. (Lexer 1, 1939), mnd. lît f. (Lasch/Borchling 2, 833), bezeichnet als Wort und als Name einen Bergabhang, eine Halde und ist etymologisch mit lehnen verwandt (Weigand/Hirt 2, 52; Kluge/Mitzka 435). „Das Wort hat sich heute noch im bairischen und fränkischen Sprachgebiete erhalten“ (DWB 12 [VI], 728; vgl. Valtavuo 122f.). In Hessen ist das Wort verschwunden (HNassWb 2, 117), war aber bis in den Beginn des 19. Jh.s. „wenigstens noch hier und da“ lebendig (Vilmar 251; vgl. Arnold 34l; Crecelius 555).

Im hessischen Monophthonggebiet lautet die Standardform /li:de/- Liede, manchmal zu /le:de/ gesenkt und beides oft gekürzt: /lid(e), led(e)/. Mitunter weisen die mündlichen Formen von Leite und Liete Rundung zu /loid(e)/ und /lü(:)d(e)/ auf. Sehr verbreitet in allen Varianten ist der Rhotazismus /d/ > /r/.

2

Die Identifizierung der Hauptmasse der Namen ist unproblematisch. Vermengungen können im Einzelfall bei einigen Varianten vorliegen:

l. Bei Leit- als BT kann Herleitung von leiten vorliegen. Ausgeschieden wurden Leitgraben u.ä.; unsicher sind Typen wie Leithecke, Leitacker u.ä., die jedoch in der Regel aufgenommen sind. Das betrifft vor allem auch den Wetterauer Einzelbeleg „Leitweide“ in 5818c4 Niederdorfelden MKK.

2. Bei monophthongischen Belegen kann vereinzelt Vermengung mit Lager (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 42) und Lett(en) (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 105) vorliegen, bei der /e:/-Variante wohl höchstens am Nordrand mit ostfäl. Legde, Lede, < mnd. lêgede ,liegengelassenes Land‘ (Flechsig 1959 b, 49; Lasch/Borchling 2, 769; DWB 12 [VI], 537).

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 86

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Leide-Acker: Leide-Acker (Moischt)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/295049_leide-acker> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/295049