Stube-Klauer: DER STUBENKLAUER
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Stube
Die Namen gehen zurück auf ahd. stuba, mhd. stube sw. F. ‚Stube, heizbares Gemach‘, wobei sich in den FlN die spezielle Bedeutung ‚Wasserstube‘, d. h. Sammelbehälter für Wasser, spiegelt. - Nur in den Badstuben, den mittealterlichen Badestätten, ist die heutige Bedeutung von Stube noch voll erkennbar.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Klauer
Klauer ‚Weidenpflanzung‘ geht auf spätmhd. klû(w)er st. N. zurück. Das Wort gehört zu ahd. kliuwa ‚Knäuel, Kugel, Ball‘, mhd. kliuwe, klûwe st. N. ‚Knäuel, Kugel‘. Das Benennungsmotiv lag in der knolligen Form der geschnittenen Weidenbaumköpfe. Dies weist zugleich, besonders in Anbetracht der Häufigkeit des Namens im rheinhess. Raum, auf eine planmäßig ausgebaute Weidenkultur hin
Stube
Die Namen beziehen sich auf Stuben, ahd. stuba, mhd. stube sw. F. ‚Stube, heizbares Gemach‘, wobei in den FlN wegen ihrer Lage meist in Waldgebieten die Bezeichnung für die Brunnen- oder Wasserstuben namengebend war, d. h. die Anlage von Wassersammelbecken. In Groß-Gerau könnte wegen des GT rade ‚Rodung‘ auch der (nur unsicher belegte) PN Stubo im BT enthalten sein.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Klauer m. n.
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Der oder das Klauer ist ein Wort ungeklärter Herkunft (Kluge/Mitzka 375). Ob die beiden Hauptbedeutungen ‚Korb, Weidenkorb‘ und ,Weidicht‘ über historische Bedeutungsverschiebungen miteinander vereinbart werden können, ist unklar (DWB 11 [V], 1034). Klauer ist sicher nicht mit dem von E. Alberus genannten klauder ‚salicetum‘ verwandt (DWB ebd.; v. Pfister 132), denn Alberus führt auch ein klawer in einer Reihe mit Wag, See, Weiher an (DWB 27 [XIII], 331), so daß an eine nasse, unter Wasser stehende Fläche gedacht werden kann. Da auch in älteren historischen Belegen nie ein /-d-/‚ sondern höchstens (als Gleitlaut?) <-w-> vorkommt, ist von einer mhd. Form *klûer auszugehen (Ramge 1967, 178). Klauer m. ‚Zuchtstier‘ (Vilmar 204; v. Pfister ebd.; KehreinWb 226) hat jedenfalls nichts mit dem FlN zu tun.
In hessischen FlN benennt Klauer feuchte Niederungen, die mit Weiden, Erlen, Pappeln u. ä., auch mit Gebüsch, bestanden sind (Ramge ebd.; SHessWb 3, 1384); also nicht nur „mit Weidenbäumen besetzter Platz, besonders Grasplatz“ (KehreinNb 477; danach Dittmaier 144; vgl. Zink 122; E. Christmann 1953, 322). In dieser Bedeutung wird Klauer noch heute als Wort verwendet. Namenentsprechung ist Strut (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 124)
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 125
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Stube-Klauer: DER STUBENKLAUER (Stockstadt am Rhein)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/288586_der-stubenklauer> (aufgerufen am 04.11.2026)
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