Klotz-Hute: VOR DER KLOTZHUTE [de klotzhowr]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hute
Zu ahd. huota ‚Wache‘, mhd. huote, huot st. F., frühnhd. hut ‚Schaden verhindernde Aufsicht und Vorsicht, Bewachung, Behütung, Schutz‘. In FlN bezieht sich Hute in erster Linie auf Weideplätze, wo das Vieh gehütet wurde, aber auch auf das gehütete Vieh selbst.
Klotz
Soweit nicht zum FamN Klotz wie in Langgöns, wo der FamN seit 1470 bezeugt ist (Worm), und wie vielleicht in Großen-Linden, zu ahd. kloz ‚Holzzapfen‘, mhd. klôz st. M.‚klumpige Masse, Kugel, Klotz‘ mit der Nebenform kloz. Sowohl die Bedeutung ‚(Holz-) Klotz‘, vielleicht für Baumstümpfe oder Steinblöcke, als auch ‚klumpige Masse‘ als Kennzeichnung der Bodenbeschaffenheit können namengebend gewesen sein.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Klotz
Soweit nicht zum FamN Klotz (Ginsheim-Gustavsburg), zu ahd. kloz ‚Holzzapfen‘, mhd. klôʒ st. M. ‚klumpige Masse, Kugel, Klotz‘ mit der Nebenform kloz. Sowohl die Bedeutung ‚(Holz-) klotz‘, vielleicht für Baumstümpfe oder Steinblöcke, als auch ‚klumpige Masse‘ als Kennzeichnung der Bodenbeschaffenheit können namengebend gewesen sein.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Hute f.
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Hute geht zurück auf ahd. huota st.f. ,Wache’ (Schützeichel 89), mhd. huote, huot st.f., md. hûte, hût, hûde ‚Schaden verhindernde Aufsicht und Vorsicht, Bewachung, Behütung, Fürsorge’ (Lexer 1, 1394) in der speziellen Bedeutung ‚das Hüten des Viehs, Grundstück, auf dem dieses geschieht und das gehütete Vieh selbst: hut, pascua, der Platz worauf man das Vieh weiden kann’ (DWB 10 [IV‚ II], 1985; vgl. Weigand/Hirt 1, 909).
Als Wort war die Hut in Hessen wohl noch im 19. Jh. üblich, denn es „bezeichnet nicht nur das Hüten des Viehes von seiten des Hirten, sondern einen grasigen Platz zum Abweiden für das Vieh, wie Hutweide (Houtwâd)“ (Crecelius 471), während es heute auf den ,Hütedienst eines Weinbergschützen; sein Hütebezirk’ (SHessWb 3, 860) beschränkt zu sein scheint.
In hessischen FlN bezieht sich Hute nie auf die Tätigkeit, sondern immer auf den Ort, den Weideplatz. Die extensive Hute-Wirtschaft war als besondere bäuerliche Wirtschaftsform, oft mit Gemeinschaftsnutzung mehrerer Gemeinden, vor allem in den klimatisch ungünstigeren hessischen Mittelgebirgsregionen verbreitet (Birkenbach; Hauck; H. Jäger 41f.).
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Die Eingrenzung der Hute-Namen ist problemlos. Die Homophonie mit Hut m. ,Hut’ ist durch das unterschiedliche Genus und die Verschiedenartigkeit der Kombinationstypen auflösbar. Bei wenigen Grenzfällen der dialektalen Varianten /hu(:)r(e), ho(:)r(e)/ könnte auch mhd. hor ‚Sumpf’ zugrunde liegen.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 36
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Klotz-Hute: VOR DER KLOTZHUTE (Frohnhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/277697_vor-der-klotzhute> (aufgerufen am 03.11.2026)
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