Spiel-Burg: an der Spilburg spielfurt
Beleg
Standard-Flurname
Spiel-Burg
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1355
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, A 1 (Die Urkunden werden nach Ortsnamen bzw. Provenienz und Jahr zitiert).
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Burg
Zu ahd. burg, mhd. burc st. F. ‚befestigter Ort, Burg‘. Die Namen beziehen sich meist auf Burgen oder sonst befestigte Anlagen. Ursprünglich bezeichnete burg auch die urbane Siedlung, für die seit dem 12. Jahrhundert das Wort mhd. stat st. F. ‚Stelle, Ort‘, nhd. Stadt (s.d.) üblich wurde. Die außerordentlich hohe Belegzahl zeigt nicht nur die große Anzahl der befestigten Anlagen im Untersuchungsgebiet, sondern auch, wie wichtig die Burg als Benennungsmotiv war, oft sagenumwoben. - Nur selten wird Burg mit Personen in Verbindung gebracht: Burg-Leute; Burg-Wenzel.
Spiel
In den Belegen mit dem Lemma Spiel haben sich unterschiedliche Motive vermengt. (1) Die nhd. Spiel ‚Spiel, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen‘ entsprechende Namengrundlage findet sich mit Sicherheit nur in der Zusammensetzung mit -haus, mhd. spilhûs st. N. ‚Schauspielhaus, Haus für die Schaustellungen der Gaukler‘. (2) Bei den FlN mit agrarischem GT liegt eher mittelhess. spielen in der Bedeutung ‚losen, durch Los ausgeben‘ zu Grunde (vgl. Los).
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Burg
Zu ahd. burg, mhd. burc st. F. ‚befestigter Ort, Burg‘. Die Namen beziehen sich meist auf Burgen oder Schlösser. Ursprünglich bezeichnete burg auch die urbane Siedlung, für die seit dem 12. Jh. das Wort mhd. stat st. F. ‚Stelle, Ort‘, nhd. Stadt üblich wurde. Zusammensetzungen wie Burggraben können vereinzelt auch die Stadtbefestigung gemeint haben.
Spiel
In den Belegen haben sich unterschiedliche Motive vermengt. Die nhd. Spiel entsprechende Namengrundlage findet sich mit Sicherheit nur im Spielbrett in Bad König/Fürstengrund, wo wohl die Grundstücksform namengebendes Motiv war. Orte, an denen Spiele stattfanden, benennen auch die Namen in Jügesheim und Lindenfels. Diesen Namen liegt ahd. mhd. spil st. N. ‚Spiel, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen‘ zu Grunde. Ob hierher als ‚Spielwiese‘ auch die Spiegelwiesen (s. o. Spiegel ) zu stellen sind, muss offen bleiben. Die FlN in Hofheim und Klein-Gerau hingegen könnten wegen ihrer historischen -burg-Belege eine Herleitung aus lat. specula ‚Spiegel‘ nahe legen, wie sie für den linksrheinischen Raum vielfach nachgewiesen ist: Dort erinnern die entsprechenden Namen an Warttürme (mit Blinkeinrichtungen) und haften an Flurstücken, die meist an römischen Straßen liegen. In Hofheim handelt es sich um eine schwache Erhebung in einem sonst völlig flachen Gelände, jedoch ohne gesicherte Römerstraße in der Nähe.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Spiel-Burg: an der Spilburg spielfurt (Klein-Gerau)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/263810_an-der-spilburg-spielfurt> (aufgerufen am 04.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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