Leide-Hohl: LEITER HOHL [leirer huhl]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hohl
Zu ahd. mhd. hol ‚hohl, ausgehöhlt‘ und dem davon abgeleiteten Substantiv nhd. Hohl F. ‚Höhle, Vertiefung‘. Als FlN bezieht sich Hohl auf eingetiefte Stellen im Gelände: Bodensenken und Gruben, kleine Schluchten und vor allem Hohlwege. Während die Mehrzahl der zusammengesetzten Namen auf Fluren in der Nachbarschaft einer Hohl verweisen (Hohlfeld im Sinne von ‚Feld bei der Hohl‘), deuten Namen wie Hohleiche auf einzelne ausgehöhlte Bäume. - Da hierfür früh auch holde Eiche belegt ist (Grünberg, Niederkleen) ist eine Umdeutung nicht auszuschließen; dann wohl zu mhd. holde sw. M. F. ‚Geist, Genius‘ mit mythologischem Bezug zu einzelnen Eichen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hohl
Zu ahd. mhd. hol ‚hohl, ausgehöhlt‘ und dem davon abgeleiteten Substantiv nhd. Hohl F. ‚Höhle, Vertiefung‘. Als FlN bezieht sich Hohl auf eingetiefte Stellen im Gelände: Bodensenken und Gruben, kleine Schluchten und vor allem Hohlwege. Während die Mehrzahl der zusammengesetzten Namen auf Fluren in der Nachbarschaft einer Hohl verweisen (Hohlfeld im Sinne von Feld bei der Hohl), deuten Namen wie Hohle Buche und Hohler Baum auf einzelne ausgehöhlte Bäume.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Leite, Liete f.
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Leite, ahd. lîta sw.f. (Schützeichel 115), mhd. lîte sw.f. (Lexer 1, 1939), mnd. lît f. (Lasch/Borchling 2, 833), bezeichnet als Wort und als Name einen Bergabhang, eine Halde und ist etymologisch mit lehnen verwandt (Weigand/Hirt 2, 52; Kluge/Mitzka 435). „Das Wort hat sich heute noch im bairischen und fränkischen Sprachgebiete erhalten“ (DWB 12 [VI], 728; vgl. Valtavuo 122f.). In Hessen ist das Wort verschwunden (HNassWb 2, 117), war aber bis in den Beginn des 19. Jh.s. „wenigstens noch hier und da“ lebendig (Vilmar 251; vgl. Arnold 34l; Crecelius 555).
Im hessischen Monophthonggebiet lautet die Standardform /li:de/- Liede, manchmal zu /le:de/ gesenkt und beides oft gekürzt: /lid(e), led(e)/. Mitunter weisen die mündlichen Formen von Leite und Liete Rundung zu /loid(e)/ und /lü(:)d(e)/ auf. Sehr verbreitet in allen Varianten ist der Rhotazismus /d/ > /r/.
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Die Identifizierung der Hauptmasse der Namen ist unproblematisch. Vermengungen können im Einzelfall bei einigen Varianten vorliegen:
l. Bei Leit- als BT kann Herleitung von leiten vorliegen. Ausgeschieden wurden Leitgraben u.ä.; unsicher sind Typen wie Leithecke, Leitacker u.ä., die jedoch in der Regel aufgenommen sind. Das betrifft vor allem auch den Wetterauer Einzelbeleg „Leitweide“ in 5818c4 Niederdorfelden MKK.
2. Bei monophthongischen Belegen kann vereinzelt Vermengung mit Lager (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 42) und Lett(en) (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 105) vorliegen, bei der /e:/-Variante wohl höchstens am Nordrand mit ostfäl. Legde, Lede, < mnd. lêgede ,liegengelassenes Land‘ (Flechsig 1959 b, 49; Lasch/Borchling 2, 769; DWB 12 [VI], 537).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 86
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Leide-Hohl: LEITER HOHL (Stadtallendorf)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/260819_leiter-hohl> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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