Honig-Warte: auf der honigwarth
Beleg
Standard-Flurname
Honig-Warte
Belegort
Belegtyp
historisch
Quelle
Staatsarchiv Marburg, Kataster, 1778
Weitere Belege
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Honig
Zu ahd. honag, honec, honang, mhd. honec, honic st. N. ‚Honig‘. Die Namen sind unterschiedlich motiviert. Z. T. wird vielleicht direkt auf Plätze angespielt, die bei der Honiggewinnung eine Rolle spielten, vor allem die Honigbäume mit Wildbienenstöcken. Daneben nehmen andere Namen in übertragenem Sinn auf besonders fruchtbare, ertragreiche Äcker und Wiesen (oder auch Wiesen mit süßem Gras) Bezug. Der Name Honigbirne wiederum erinnert an eine ältere süße Birnensorte, die früher zu Hutzeln getrocknet und beim Brotbacken verwendet wurde.
Warte
Zu ahd. warta ‚Warte; Ausschauen‘, mhd. warte, wart st. F. ‚spähendes Ausschauen; Platz oder Gebäude, von dem aus gespäht, gelauert wird‘. Es handelt sich um eine Substantivbildung zu warten in der älteren Bedeutung ‚ausschauen‘. Die FlN beziehen sich teils auf Warttürme, von denen aus die umliegende Landschaft überblickt werden konnte, teils aber auch allgemein auf höher gelegene Orte, die als Ausschauplatz dienten. Wartbäume gelten daher als Wacht- oder Schlagbäume, doch es ist nicht klar, ob es sich hier ebenfalls um Aussichtspunkte oder eher um Grenzpunkte handelt.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Honig
Zu ahd. honag, honec, honang, mhd. honec, honic st. N. ‚Honig‘. Die Namen sind unterschiedlich motiviert. Z. T. wird vielleicht direkt auf Plätze angespielt, die bei der Honiggewinnung eine Rolle spielten, vor allem die Honigbäume mit Wildbienenstöcken. Daneben nehmen andere Namen in übertragenem Sinn auf besonders fruchtbare, ertragreiche Äcker und Wiesen (oder auch Wiesen mit süßem Gras?) Bezug. Der Name Honigbirne wiederum erinnert an eine ältere süße Birnensorte, die früher zu Hutzeln getrocknet und beim Brotbacken verwendet wurde
Warte
Zu ahd. warta ‚Warte; Ausschauen‘, mhd. warte, wart st. F. ‚spähendes Ausschauen; Platz oder Gebäude, von dem aus gespäht, gelauert wird‘. Es handelt sich um eine Substantivbildung zu warten in der älteren Bedeutung ‚ausschauen‘. Die FlN beziehen sich teils auf Warttürme, von denen aus die umliegende Landschaft überblickt werden konnte, teils aber auch allgemein auf höher gelegene Orte, die als Ausschauplatz dienten. Wartbäume gelten daher als Wacht- oder Schlagbäume, doch es ist nicht klar, ob es sich hier ebenfalls um Aussichtspunkte oder eher um Grenzpunkte handelte.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Warte f.
Die Warte, ahd. warta st.f. (Schützeichel 223), mhd. warte, wart st.f. u.a. ‚Platz oder Gebäude, von dem aus gespäht, gelauert wird‘ (Lexer 3, 696f.) ist Substantivierung zu warten ,aufpassen‘. Heute bezieht sich Warte vorzugsweise auf Warttürme, „entweder einzeln stehend auf einer Höhe oder mit sich anschließenden Burggebäuden ...“ (DWB 27 [XIII], 2116; vgl. Weigand/Hirt 2, 1213). Auch FlN beziehen sich oft auf solche Anlagen (am Wartturm u. ä.), häufiger jedoch allgemein auf einen ,hochgelegenen Ort, als Ausschauplatz dienend, Spähort‘ (Dittmaier 33l). In der allgemeinen Bedeutung entspricht der Name Wacht (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 140).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 141
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Honig-Warte: auf der honigwarth (Niedermeiser)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/249140_auf-der-honigwarth> (aufgerufen am 06.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/249140