Hirte-Blei: DER HIRTENBLEI
Weitere Belege
- der hirtenblei
Staatsarchiv Marburg, Flurbuch, Ende 18. Jahrhundert
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Blei
Der älteste Beleg zeigt, dass die heutige Form eine Umdeutung darstellt. Ausgangsform ist mhd. blîde st. sw. F. ‚Steinschleuder‘, so dass das Wort den langen beweglichen Teil der Steinschleuder bezeichnet. Es handelt sich deshalb vermutlich um einen FormN.
Hirte
Zu ahd. hirti, hirte, mhd. hirte, hirt st. sw. M. ‚Hirte‘. Die Namen beziehen sich auf Weidewege und gemeindeeigene Flurstücke und Wohngebäude, deren Nutzung dem Gemeindehirten als Besoldung zustand.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Blei
Zu ahd. blîo, mhd. blî st. N. M. ‚Blei‘. Der Name verweist auf bleihaltige Böden oder (bildlich) auf besonders schwere Böden.
Hirte
Zu ahd. hirti, hirte, mhd. hirte, hirt st. sw. M. ‚Hirte‘. Die Namen beziehen sich auf Weidewege und gemeindeeigene Flurstücke und Wohngebäude, deren Nutzung dem Gemeindehirten als Besoldung zustand. Wo Hirt- als BT eines Namenkompositums mit Genitiv-s auftrat, kann es zu Vermischungen mit Herz und Hirz ‚Hirsch‘ gekommen sein. Der rezente Name Hirtena (Klein-Rohrheim) geht wohl auf *Hirtenau zurück.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hirte-Blei: DER HIRTENBLEI (Fürstenwald)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/235141_der-hirtenblei> (aufgerufen am 14.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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