Tanne-Buckel: Tanne-Buckel [ufəm 'dɑnəbugl]

Rezenter Beleg aus Albersbach  
Gemeinde
Rimbach
Landkreis
Bergstraße
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Tanne-Buckel

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Buckel

Zu ahd. buckula, ‚Schildbuckel, Schild‘, mhd. buckel st. sw. F. st. M. ‚halbrund erhabener Metallbeschlag in der Mitte des Schildes‘. Als FlN bezeichnet Buckel ‚Hügel und kleinere Erhebungen‘, wird in Südhessen erst im 18./ 19. Jahrhundert gebräuchlich. Da die Bukeläcker in Ober-Bessingen das einzige Vorkommen im Untersuchungsgebiet sind, handelt es sich um einen Streubeleg oder der BT ist trotz des fehlenden Flexions-/s/ von einem FamN Buckel herzuleiten (vgl. Bugel).

Bückel

Zum FamN Bickel. Formen mit ‚ü‘ sind sehr selten.

Tanne

Die Belege gehen teils auf mhd. tan ‚Wald, Tannenwald‘, teils auf ahd. tanna, mhd. tanne st. M. ‚Tanne, Fichte, Kiefer‘ zurück, das selbst vermutlich eine Zugehörigkeitsbildung zu tan ist. Erst in der Neuzeit ist Tann als eigenständige Bildung in Vergessenheit geraten, und die Namen wurden allesamt an das Bedeutungsfeld von Tanne angeschlossen. Die meisten Namen im Untersuchungsgebiet beziehen sich auf Tannen als Bäume, selten - wie z.B. in Cleeberg - liegt die alte Tann-Bedeutung vor. Viele Belege weisen Umlaut auf.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Buckel

Zu ahd. buckula, ‚Schildbuckel, Schild‘, mhd. buckel st. sw. F. st. M. ‚halbrund erhabener Metallbeschlag in der Mitte des Schildes‘. Es liegt ein FormN vor für Hügel und kleinere Erhebungen. Als FlN wird Buckel erst im 18./ 19. Jh. gebräuchlich; deshalb wäre der Beleg aus Bensheim extrem früh, sofern er hierher gehört und nicht zu Buche.

Tanne

Die Belege gehen teils auf mhd. tan ‚Wald, Tannenwald‘, teils auf ahd. tanna, mhd. tanne st. M. ‚Tanne, Fichte, Kiefer‘ zurück, das selbst vermutlich eine Zugehörigkeitsbildung zu tan ist. Erst in der Neuzeit ist Tann als eigenständige Bildung in Vergessenheit geraten, und die Namen wurden allesamt an das Bedeutungsfeld von Tanne angeschlossen. Die Belegreihen wechseln daher bunt zwischen beiden Wörtern, zudem sind beide im Plural Tannen nicht voneinander zu trennen. Da in der Mundart Tanne als Bezeichnung für verschiedene Nadelhölzer verwendet wird, ist auch bei den sicheren Tannen-Belegen in der Regel nicht festzustellen, welcher Baum im Einzelnen gemeint ist. Die Burg Tannenberg bei Seeheim ist nach dem Berg benannt1.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Brink m. / Buckel m.

1A

Der FlN geht auf mnd. brink, m. ‚ursprüngl. Rand‘ (Lasch/Borchling 1, 349) zurück. Das Bedeutungsspektrum von Brink reicht von ‚Rand, Ufer, Rain‘ über ,Grashügel, Anger‘ bis zu ‚Dorfplatz, Versammlungsplatz‘ (DWB 2 [II], 391; Kluge/Mitzka 101; Weigand/Hirt 1, 289f.; Dittmaier 42; Bach 2 § 288; NSächsWb 2, 767f.; G. Müller 1985, 148f.). Als Wort ist Brink in Hessen für Waldeck in der Bedeutung ‚steigende Anhöhe‘ (WaldWb 16) belegt und stellt sich damit zur Synonymik von Hügel-Bezeichnungen (Valtavuo 24-27).

Heute gilt Brink ,Hügel‘ nur noch in einem schmalen Streifen zwischen Osnabrück und Hildesheim (DWA IV ,Hügel‘), wobei der Zwischenraum zum Waldeckischen heute hauptsächlich durch Oiwer (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 84) ausgefüllt wird.

Als FlN scheint sich Brink in Hessen stets auf einen Hügel zu beziehen (so auch Arnold 339). Anhaltspunkte dafür, daß Brink, vergleichbar Anger (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 29), die Rechtsbedeutung ‚Versammlungsplatz der Dorfgemeinde‘ hatte (Bader 3, 117), gibt es für die hessischen Brink-Namen nicht.

1

Buckel, ahd. buckula sw. f. (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 1484), mhd. buckel st.sw.f. stm. ,halbrund erhabener Metallbeschlag in der Mitte des Schildes‘ (Lexer 1, 376) geht zurück auf lat. buccula, Verkleinerung zu lat. bucca ,aufgeblasene Backe‘, altfrz. boucle (Kluge/Mitzka 108; ähnlich DWB 2 [II], 484f.).

Buckel ist um 1200 ins Deutsche übernommen worden und im 16. Jh. umgangssprachlich als Bezeichnung für den ,Rücken‘ umgesetzt und später auf Bodenerhebungen übertragen worden (Kluge/Mitzka ebd.).

Als Wort ist Buckel, Pl. Bickel dem SHessWb 2, 1199 als Bezeichnung für einen ,Hügel‘ bekannt, während KehreinWb 99 und Crecelius 218 Buckel nur in der Bedeutung ‚Rücken‘ kennen.

In Hessen bezieht sich Buckel auf eine mäßig große Bodenerhebung, meistens höher als Hübel (SHessWb 2, 1199).

2B

Die Identifizierung der Buckel-Namen bereitet wenig Schwierigkeiten. Unwahrscheinlich ist eine Überschneidung mit den von Buck ,Hügel‘ abgeleiteten Diminutiven (Valtavuo 75, 81), da Buck in hessischen FlN nicht belegt ist.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 70

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Tanne-Buckel: Tanne-Buckel (Albersbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/233835_tanne-buckel> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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