Krähe-Winkel: KRAEHWINKEL

Rezenter Beleg aus Ehrsten  
Gemeinde
Calden
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Krähe-Winkel

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Winkel

Zu ahd. winkil, mhd. winkel st. M. ‚Winkel, Ecke, Ende, abseits gelegener Raum‘. Es handelt sich vielfach, insbesondere bei Komposita mit dem GT Winkel, um einen FormN für spitz zulaufende, von einer Weg- oder Flussbiegung oder einem Knick im Grenzverlauf begrenzte Flurstücke. Daneben tragen auch weit abgelegene oder verborgene Stellen häufig den Namen im Winkel. In drei Orten ist der FormN Winkelhaken bezeugt, der auf frühnhd. winkelhaken ‚aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Linealen gebildetes Werkzeug aus Holz oder Metall‘ zurückgeht. Entsprechend auch Winkeleisen als FormN.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Krähe

Zu ahd. kraia, kra, krâ, mhd. krâ, krâe, kreie, krowe, kro, krâhe, krêg st. sw. F. ‚(Saat-)Krähe‘. Die Namen beziehen sich meist auf das auffällige Vorkommen von Saatkrähen, die in Kolonien auf Bäumen nisten. Die Belege aus Beerfelden und Bullau, Ober-Sensbach und Erbach beziehen sich auf den Kräh(en)berg als Grenzpunkt der Michelstädter Markbeschreibung. Dieser Name hat sich im Jagdschloss Krähenberg des Grafen Ludwig von Erbach-Fürstenau bei Hetzbach, Odenwaldkreis, erhalten. Vereinzelt kann auch ein FamN zu Grunde liegen, so zunächst in Seeheim und in Verbindung mit dem GT -hube (Schlierb, BGS) und -rod (Pfungstadt). - Da in der Mundart Krähe und grau vielfach in der Form /groː/ zusammengefallen sind, ist eine sichere Zuordnung nicht immer möglich. Das Gleiche gilt für die Trennung von mhd. krâ ‚Krähe‘ und krane ‚Kranich‘, da krâ in der Pluralform krân mit krane zusammenfiel. Darüber hinaus ist wegen der unterschiedlichen Wiedergabe des intervokalischen Gleitlauts als 〈h〉, 〈g〉, 〈w〉 in Krähe, Krege, Krewe oder, ohne Kennzeichnung, in Kree, eine Abgrenzung gegen Graben, Grefe und Krebe schwierig.

Winkel

Zu ahd. winkil, mhd winkel st. M. ‚Winkel, Ecke, Ende, abseits gelegener Raum‘. Es handelt sich vielfach, insbesondere bei Komposita mit dem GT Winkel, um einen FormN für spitz zulaufende, von einer Weg- oder Flussbiegung begrenzte Flurstücke. Daneben tragen auch weit abgelegene oder verborgene Stellen häufig den Namen Im Winkel. Die Belege aus Gernsheim, Langwaden und Rod(BGS) beziehen sich auf ein Waldgebiet bei Gernsheim, Kr. Groß-Gerau, wo der Winkelbach (s. d.) einen großen Winkel bildet. Zweimal bezeugt ist der FormN Winkelhaken (Ellenbach, Münster), der auf fnhd. winkelhaken ‚aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Linealen gebildetes Werkzeug aus Holz oder Metall‘ zurückgeht.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Krähe-Winkel: KRAEHWINKEL (Ehrsten)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/232384_kraehwinkel> (aufgerufen am 07.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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