Hopfen-Rain: AM HOPFENREIN
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hopfen
Zu ahd. hopfo, mhd. hopfe sw. M. ‚Hopfen‘ (Humulus lupulus). Die Namen verweisen auf die zum Bierbrauen verwendete Nutzpflanze und ihre typische Anbaufläche, den Hopfengarten (zu gleichbedeutend ahd. hopfgarto, mhd. hopfegarte sw. M.). Der Hopfenrain, der Hopfenborn und vielleicht einige andere dagegen verdanken ihren Namen eher dem Bewuchs mit Wildhopfen.
Rain
Zu ahd. rein ‚Schutzwehr; Rain, Ackergrenze‘, mhd. rein st. M. ‚begrenzende Bodenerhöhung, Rain‘, nhd. Rain ‚Grenzstreifen zwischen zwei Äckern oder Fluren, Bodenerhöhung als Grenze, Abhang‘. - Vereinzelt kann auch ein PN namengebend sein, so bei der Reynewiesen 1489 in Oppenrod, wo gleichzeitig eine Reyne Elsen als Eigentümerin genannt wird (Eckhardt).
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hopfen
Zu ahd. hopfo, mhd. hopfe sw. M. ‚Hopfen‘ (Humulus lupulus). Die Namen verweisen auf die zum Bierbrauen verwendete Nutzpflanze und ihre typische Anbaufläche, den Hopfengarten (zu gleichbedeutend ahd. hopfgarto, mhd. hopfegarte sw. M.). Der Hopfenrain (Reichenbach) dagegen verdankt seinen Namen vielleicht auch dem Bewuchs mit Wildhopfen. Die FlN in Rimbach und Zotzenbach stellen vermutlich falsche Verschriftungen von mündlich überlieferten Dialektformen dar.
Rain
Zu ahd. rein ‚Schutzwehr; Rain, Ackergrenze‘, mhd. rein st. M. ‚begrenzende Bodenerhöhung, Rain‘, nhd. Rain ‚Grenzstreifen zwischen zwei Äckern oder Fluren, Bodenerhöhung als Grenze, Abhang‘. Im Südhess. ist die Bedeutung ‚mit Gras bewachsener Abhang; steiler Abhang an der Längsseite von terrassenförmig am Hang liegenden Äckern‘ vorherrschend; mit ungefähr gleicher Bedeutung wird (in FlN seltener) das Wort Rech verwendet. Ein Wechsel von Rain und Rech in FlN kommt in Südhessen jedoch nur in Ausnahmefällen vor. Formen mit einfachem Stammvokal sind in der Mundart häufig, in schriftlichen Belegen selten (etwa in Götzenhain, Viernheim). Im Westen sind Vermischungen mit dem GewN Rhein möglich. In Babenhausen hat eine Umdeutung stattgefunden
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Hopfen m.
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Der Hopfen, spätahd. hophe m. (Graff 4, 832), mhd. hopfe, hopfen sw.m. (Lexer 1, 1336f.) bezieht sich auf mehrere Pflanzenarten, vorzugsweise und in der Regel in FlN aber auf die zur Bierherstellung benötigte Nutzpflanze Humulus lupulus(DWB 10 [IV‚II]‚ 1795; Weigand/Hirt l, 887f.; Kluge/Mitzka 314; Dittmaier 114). Das Wort ist in Hessen allgemein verbreitet, die Redensart es ist maltz und hopffen verlorn von E. Alberus erwähnt (SHessWb 3, 698f.; Crecelius 467; WaldWb 47).
Der Hopfenanbau erfolgte meist im Gartenbau, unterlag deshalb dem Gartenrecht; der Hopfen stand „als Zaunpflanze im Nachbarrecht“ (DRWb 5, 1542), so daß der bei weitem häufigste Kombinationstyp Hopfengarten ist. Eine sichere Abgrenzung gegen die Benennung nach frei wachsendem Wildhopfen ist nicht immer möglich. Am ehesten werden sich Kombinationstypen wie Hopfenrain auf diesen beziehen.
Hopfen scheint gelegentlich zu /hebe/ umgelautet zu sein; doch sind diese Belege nicht ganz sicher.
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Vereinzelt scheint Vermengung mit /ho:p/ ,Hof‘ nicht auszuschließen zu sein.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 26
Rain m.
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Rain, ahd. nur schwach in Namen bezeugt (Graff 2, 527; Förstemann 2, 2, 532), mhd. rein st.m. ,begrenzende Bodenerhöhung, Rain, limes‘ (Lexer 2, 388), mnd. rein ‚Rain, Grenze‘ (Schiller/Lübben 3, 451) ist ein gemeindt., „uraltes Wirtschaftswort ..., das den Streifen Landes bezeichnete, der ungebaut zwischen dem Ackerland zweier Gemarkungen gelassen wurde, sei es als ebenes Grasland oder als Bodenerhöhung“ (DWB 14 [VIII], 72; vgl. Kluge/Mitzka 579; Weigand/Hirt 2, 520; Dittmaier 239). Während im niederdt.-niederländischen Sprach- und Namengebrauch die Komponente ,Ackergrenze‘ vorherrschend wurde (vgl. für Limburg Goossens K. 11-13; Alpers/Barenscheer 127; Wiswe 344), gilt im Oberdt. daneben hauptsächlich die Bedeutung ,Abhang‘ (vgl. Valtavuo 120f.; Keinath 54, 114).
Rain bezieht sich im hessischen Sprachgebrauch heute fast ausschließlich auf kurze steile Abhänge, vor allem zwischen Ackerterrassen (SHessWb 4, 1193; HNassWb 2, 752), und ist deshalb synonym mit Rech im Südwesten und Ufer/Oiwer im Norden (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 84; zur Wortgrenze vgl. B. Martin 1925, 144).
In den mündlichen Formen der FlN herrschen entsprechend dem dialektalen Sprachgebrauch (Wiesinger K. 15 und 19) neben /rain/ die aus mhd. /ei/ entstandenen monophthongischen Formen /ra:/ und /re:/‚ teils weiter zu /ro:/ und /ri:/ gehoben, vor, wobei /ra:/ vereinzelt zu /rao, rou/ diphthongiert wurde. Wo das auslautende -/n/ erhalten ist, erfolgte mitunter Gutturalisierung zu -/ŋ/.
Die Raine sind teils natürlichen Ursprungs, teils aber auch erst durch terrassierende Pflugtechnik, durch Ablage von ausgelesenen Steinen oder durch Heckenpflanzungen entstanden (zur Heckenwirtschaft im Vogelsberg vgl. W. Kuhn). Insofern können u. U. bestimmte Kombinationstypen wie alter, langer, hoher, steinerner Rain Hinweise auf frühere Ackersysteme vor der Vergewannung enthalten (H. Jäger 33; Kroh 110).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 83
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hopfen-Rain: AM HOPFENREIN (Schenklengsfeld)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/222307_am-hopfenrein> (aufgerufen am 03.11.2026)
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