Hund-Ding: AUF DEM HUNDSDING
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Ding
In Grünberg und in Ruppertsburg/Villingen bezieht sich Ding auf den Ort des Gerichts, den Ort der ‚rechtlichen und gerichtlichen Verhandlung‘, ahd. thin(g), mhd. dinc st. N. Die Dingstühle in Grünberg, zu mhd. dincstuol st. M. ‚Richterstuhl, Gericht‘, sind erhalten. - Der FlN auf dem Dinger haftet in Weickartshain an einem leichten Hang zwischen Ort und Seenbrücke. Es ist fraglich, ob hier ein Ding-Platz war. Vielmehr ist der Name hier eher auf Nutzungsrechte des Richters, mhd. dingaere, dinger st. M., zurückzuführen. Andererseits spricht die Vielfalt der Kombinationsformen doch für eine Gerichtsstätte.
Hund
Den zahlreichen Namen liegt kein einheitliches namengebendes Motiv zu Grunde. (1) Die meisten gehören zu ahd. mhd. hunt st. M. ‚Hund‘. Einige FlN beziehen sich unmittelbar auf das Tier, andere nur in übertragenem Sinn: der häufige FlN Hundsrück verweist in der Regel auf einen langgestreckten, in der Mitte etwas eingesunkenen Höhenzug, dessen Form an einen Hunderücken erinnert. Daneben dient der BT Hund- in FlN oft zur Benennung von etwas Geringwertigem: so kann minderwertiges Ackerland etwa den abschätzigen Namen Hundsäcker erhalten. Hundsschiss ist der derbe und früh belegte Name für eine kleine Bodenerhebung. (2) Nicht wenige FlN dürften außerdem auf den FamN Hund zurückführen; so gab es in Gießen ein Rittergeschlecht dieses Namens (Wilhelmi). (3) Eine Reihe anderer Vorkommen schließlich bezieht sich auf ahd. hunno, hunteri, mhd. hunde, hunne sw. M. ‚Zentrichter, später auch Gerichtsbüttel‘. Hierher gehören eine Reihe von Hundgassen, die sich auf den Weg des Zentrichters zum Gerichtsort beziehen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hund
Den zahlreichen Namen liegt kein einheitliches namengebendes Motiv zu Grunde. Die meisten gehören zu ahd. mhd. hunt st. M. ‚Hund‘. Einige FlN beziehen sich unmittelbar auf das Tier andere nur in übertragenem Sinn: der häufige FlN Hundsrück verweist in der Regel auf einen lang gestreckten, in der Mitte etwas eingesunkenen Höhenzug, dessen Form an einen Hunderücken erinnert; ebenso dürften die Namen Hundsbauch (Königstädten) und Hundskopf (Sonderbach) als FormN aufzufassen sein. Daneben dient der BT Hund- in FlN oft zur Benennung von etwas Geringwertigem: so kann minderwertiges Ackerland etwa den abschätzigen Namen Hundsäcker erhalten. Hundsbaum nennt man entsprechend einen Baum oder Strauch mit ungenießbaren Beeren
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hund-Ding: AUF DEM HUNDSDING (Müsenbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/215414_auf-dem-hundsding> (aufgerufen am 04.07.2026)
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