Wasser-Grieß: Wasser-Grieß
Weitere Belege
- auf dem wassergriess
Staatsarchiv Marburg, Flurbuch, 1769
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grieß
Zu ahd. grioz, mhd. griez st. M.N. ‚Sand, Kies‘. In den FlN hat sich diese alte Bedeutung erhalten. - In Vetzberg hat in der amtlichen Form eine Umdeutung zu Grün stattgefunden.
Wasser
Zu ahd. wazzar, mhd. wazzer st.N. ‚Wasser (als Element), Gewässer, Fluss‘. Benannt werden Gewässer und feuchte Flurstücke, aber auch Einrichtungen zur Regulierung und Gewinnung von Wasser. Hierzu gehört in unserem Verbreitungsgebiet nur das heute nicht mehr gebräuchliche Wasserhaus (mündlicher Beleg aus Röthges), das eine gemauerte Wasserkammer bezeichnet, sowie die Wasserstube. Bei den meisten Komposita handelt es sich um durchsichtige Bildungen wie Wasserloch, -wiese und -graben. Wasserfall (mit wechselndem Genus) kann auf natürliche Wasserfälle, aber auch auf künstlich angelegte Wasserfallen als kleine Staufstufen mit einer beweglichen Schleuse verweisen. Mitunter verbietet das Gelände eine solche Erklärung wie in Großen-Linden (Schulte), so dass hier an Umdeutung (etwa aus *Wasserfang) zu denken ist.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grieß
Meist zu ahd. grioz, mhd. grieʒ st. M. N. ‚Sand, Kies; sandbedeckter Platz‘. Grieß ist heute in Hessen zwar nur in der standardsprachlichen Verwendungsweise bekannt, in den FlN hat sich jedoch die ältere Bedeutung ‚grobkörniger Sand‘ erhalten. Auch Gritzfeld (Wolfskehlen) gehört hierher: Der älteste Beleg führt auf Gries-Feld im Sinne von: ‚Feld mit grobkörnigem Sand‘. Der Name wurde nicht mehr verstanden, sodass der Vokal verkürzt und /s/ zu /tz/ verschärft wurde (mit mündlich weiter gehender Palatalisierung zu /dʃ/).
Wasser
Zu ahd. wazzar, mhd. waʒʒer st. N. ‚Wasser (als Element), Gewässer, Fluss‘. Benannt werden Gewässer und feuchte Flurstücke, aber auch Einrichtungen zur Regulierung und Gewinnung von Wasser. Hierzu gehören Wasserwerk, -wehr, -turm, -rad oder das heute nicht mehr gebräuchliche Wasserhaus, das eine gemauerte Wasserkammer bezeichnet. Während Wasser als Simplex überhaupt nur ein einziges Mal auftritt (etwas häufiger sind nur die Diminutivbildungen auf -chen und -lein), gliedert sich der Namenbestand insgesamt in eine Fülle von über 40 verschiedenen Komposita mit Wasser- im BT. Am häufigsten erscheinen durchsichtige Bildungen wie Wasserloch, -wiese und -graben. Wassergefäll kann auf natürliche Wasserfälle, aber auch auf künstlich angelegte Wasserfallen als kleine Staustufen mit einer beweglichen Schleuse verweisen.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wasser-Grieß: Wasser-Grieß (Lengers)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/213525_wasser-griess> (aufgerufen am 04.11.2026)
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