Steg-Fahrt-Seite: STEGFAHRTSSEITE

Rezenter Beleg aus Gerterode  
Gemeinde
Ludwigsau
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Steg-Fahrt-Seite

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Fahrt

Ein Teil der Namen geht auf ahd. far, mhd. var st.N. ‚Platz, wo man überfährt oder landet‘ zurück. Anderen Vorkommen liegt hingegen ahd. fart, mhd. vart st. F. ‚Fahrt, Zug, Reise‘ zu Grunde, so in Launsbach, wo damit die Zufahrten vom Dorf in den Gemeindewald benannt wurden.

Seite

Der Name geht auf ahd. sîta, mhd. sîte, sît sw. st. F. ‚Seite, Fläche‘ zurück und bezeichnet in FlN Bergseiten oder auch Begrenzendes im Sinne von ‚an der Seite liegend‘.

Steg

Zu ahd. steg, mhd. stec st. M. ‚schmale Brücke, Steg, schmaler Weg überhaupt‘. Dies sind auch die Hauptverwendungsweisen in Mittelhessen. In den Namen sind Vermengungen mit Steige (s. d.) und Stiege (s. d.) wegen des maskulinen Genus weitgehend ausgeschlossen. In Großen-Linden bezieht sich der Pfaffensteg nicht etwa auf Kirchengrund o.ä., sondern der örtlichen Überlieferung nach auf den Zimmermann Pfaff, der den Steg ca. 1884 baute (Faber).

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Steg

Zu ahd. steg, mhd. stec st. M. ‚schmale Brücke, Steg, schmaler Weg überhaupt‘. Dies sind auch die Hauptverwendungsweisen in Südhessen. In den Namen sind Vermengungen mit Steige (s. d.) und Stiege wegen des mask. Genus weitgehend ausgeschlossen.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Seite f.

1

Die Seite, ahd. sîta, sîtta st.sw.f. ‚Seite, Hüfte‘ (Schützeichel 166), mhd. sîte, sît st.sw.f. (Lexer 2, 942), „ursprünglich von der menschlichen Flanke“ (Kluge/Mitzka 700), bezeichnet „in freierem Gebrauche“, doch in Übereinstimmung mit der Etymologie des Wortes, eine ‚abfallende, sich abdachende Fläche‘ (DWB 16 [X, I], 379, 383) und herrscht in dieser Bedeutungskomponente ,Bergseite, Hangseite‘ in der FlN-Gebung vor (vgl. Leite K. 86), wozu teilweise wohl noch die Bedeutung ‚Grenze, an der Seite der Grenze liegend‘ hinzukommt (Dittmaier 287).

Das auch in Hessen allgemein und in verschiedener Bedeutung gebrauchte Wort (HNassWb 3, 571) tritt regional in hessischen FlN außerordentlich häufig auf: ca. 1700 rezente FlN enthalten diesen Namen, wobei allerdings ein erheblicher Teil offensichtlich auf ziemlich junge Katasterbildungen zurückgeht.

2

Keine Identifizierungsschwierigkeiten. Unsicher sind einige /sid/-Belege am westlichen Taunusrand. Die wenigen hessischen Seiters/Sitters-Namen sind nicht aufgenommen, da die Zugehörigkeit zu Seite umstritten ist (E. Christmann 1938, 12-14; Dittmaier 287-289).

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 87

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Steg-Fahrt-Seite: STEGFAHRTSSEITE (Gerterode)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/207536_stegfahrtsseite> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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