Angel-Hof: Der Angelhof
Beleg
Standard-Flurname
Angel-Hof
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
19. Jahrhundert, kopial 20. Jahrhundert
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, O 61, Buxbaum. Konv. 1. · Anzeige im Hessischen Archivinformationssystem Arcinsys
Weitere Belege
- ANGELHOF
- 1769: beym Angelhoff
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Breuberg Nr. 2., fol. 13 - 1782: auf den Angelhoff bey Seckmaueren
Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Breuberg Nr. 2., fol. 136'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Angel
Wegen des genitivischen /s/ zu einem FrauenN Angala o.ä.
Hof
Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. - Die dialektal allein geltende Form /ho:b/ findet sich in den historischen Belegen erstaunlich selten, hier hauptsächlich unter den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorkommen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hof
Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. Die in einigen historischen Belegen (z. B. Dornheim, Ginsheim-Gustavsburg) dokumentierte Ersetzung des wurzelschließenden Reibelauts /f/ durch den Verschlusslaut /b/ zeigt sich auch noch in einigen rezenten Diminutivformen (Eulsbach: Hebchen, Schannenbach: Hebche) und mündlich (Hausen). Einer der FlN aus Götzenhain bezieht sich auf die Wiese eines Hofverwalters.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Anger m.
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Anger geht auf ahd. angar (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 518), 1 mhd. anger st.m. (f.) (Lexer 1, 70) zurück und bezeichnet wohl ursprünglich ,ungepflügtes, wildgrünes Grasland‘ (Kluge/ Mitzka 22; Weigand/Hirt 1, 61), erweiterte dann aber das Bedeutungsspektrum in ‚Grasland, Weideland, auch (Markt) Platz, Richtplatz, Abdeckerei‘ (Bach 2 § 367) und bezog sich vielfach auf eingefriedetes Grasland, meist in Ortsnähe (Vollmann 43; Keinath 99f.; Dittmaier 13), das deshalb zu einer Sonderflur mit Allmende-Merkmalen werden konnte. Anger ist „ein aus der älteren Schicht der Flurverfassung stammendes, haus- und dorfnahes Wiesengelände, das meist aus der Zelgenwirtschaft ausgegliedert bleibt, öfters umzäunt und für Gemeinschaftszwecke benutzt wird. In sekundären Funktionen in den inneren Dorfbereich einbezogen und der inneren Allmende zugeteilt, kann der Anger zum Dorfzentrum werden.“ (Bader 3, 118f.; vgl. DRWb 1, 644).
Anger ist in Hessen nur in Namen erhalten (SHessWb 1, 248). Auch im Oberdt. ist das Wort untergegangen, während im Niederdt. Anger neben dem Dorfplatz heute vornehmlich gemeines Weideland bezeichnet (NSächsWb 1, 356), mnd. anger (Lasch/Borchling 1, 87), in Westfalen dagegen „wahrscheinlich immer nur FlN“ ist (WestfWb 1, 168). In Mittelhessen hat das Merkmal der Ortsnähe, im Unterschied zum nordhessischen Belegraum, anscheinend keinen Einfluß gehabt (Ott 92-94 für 5819b1 Klein-Auheim MKK.
Als Kombinationstyp wird Pfingstanger hervorgehoben, „die gemeinostfälische Bezeichnung … für eine Weidefläche, die bis Pfingsten gehegt, an den Pfingstfeiertagen als Festplatz für bäuerliche Wettkämpfe genutzt und erst dann nacheinander den Pferden, Kühen und anderen Haustieren zum Abweiden freigegeben wurde.“ (Flechsig 1959b, 48f.; für die Pfalz: E. Christmann 1965, 96-112). Vgl. den Kombinationstyp Schindanger (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 47).
- 2
Vermischung mit anderen Namen ist fast völlig auszuschließen; Herleitung von gleichlautendem mhd. anger st.f. ‚Frohne‘ (Lexer 1, 71) kommt höchstens bei „Angerland“ 4825c5 Eltmannshausen WMK in Frage.
Unsicher ist, ob alle Anger-Namen erfaßt sind. Nicht aufgenommen sind die wenigen Enger-Namen, weil es keine sicheren Hinweise darauf gibt, daß Anger in Hessen auch umgelautet vorkommt. Berücksichtigt sind hingegen die Angel-Namen, eine Nebenform mit Dissimilation /r/ > /l/, als Simplex und als GT, soweit der Kombinationstyp dies zuließ (vgl. Wiesenthal = HFB 12, 52 für 5620a2 Glauberg WET; ein historisch belegter Wechsel bei Ramge 1967, 61).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 29
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Angel-Hof: Der Angelhof (Seckmauern)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/201943_der-angelhof> (aufgerufen am 06.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/201943