Hase-Büschel: Hase-Büschel [hɑːzəbiʃl]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hase
Zu ahd. haso, mhd. hase, has sw. M. ‚Hase‘. Die FlN weisen meist auf Stellen hin, an denen man häufig Feldhasen beobachten konnte (Hasensprung, -lauf, -spiel, -tänzer), zum Teil auch auf die Grenzpfosten von Niederwildgehegen, auf denen oft Hasen abgebildet waren (Hasenstell, -stock, -tritt, -geführt) und in denen gejagt wurde (Hasengarn). - Einige FlN gehen vielleicht auch auf die FamN Hase, Haas, Hass zurück.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Büschel
Büschel ist meist ein Diminutiv zu ahd. busc, mhd. busch st. M. ‚Strauch, Gehölz‘. Der Name ist nur im Odenwald verbreitet.
Hase
Zu ahd. haso, mhd. hase, has sw. M. ‚Hase‘. Die FlN weisen meist auf Stellen hin, an denen man häufig Feldhasen beobachten konnte (Hasensprung, -lauf ), zum Teil auch auf die Grenzpfosten von Niederwildgehegen, auf denen oft Hasen abgebildet waren (Hasenstock, -stecken, -säule). Dazu vermutlich auch Hosenbaum ( *Hasenbaum). Einige FlN gehen wohl auch auf die FamN Hase, Haas zurück (Babenhausen, Unter-Scharbach). Vereinzelt kann es auch Vermischung mit Hasel (mit unterschiedlich motivierter Veränderung der Liquide zum Nasal) (Spachbrücken, Zeilhard) gegeben haben. Hasenzahl, -wedel (auch -leuchter?) beziehen sich auf die Grundstücksform. Hasenrettich (Kirschhausen) ist amtlich umgedeutet aus *-rödich ‚wo gerodet wurde‘. Unklar ist der Beleg aus Semd.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Bühl m.
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Bühl geht zurück auf ahd. buhil st.m. (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 1480), mhd. bühel st.m. ,Hügel‘ (Lexer 1, 379), mnd. bûl m. (Schiller/Lübben 1, 447).
Als Wort ist Bühl den hessischen Mundartwörterbüchern nicht mehr bekannt, wohl aber als FlN (KehreinWb 100; SHessWb 2, 1211; Vilmar 59; WaldWb 17).
Allgemein bezeichnet Bühl eher kleinere Bodenerhebungen (Arnold 339; Genzel 24; Schrickel 18). Bühl weist eine Fülle von Namenvarianten in hessischen FlN auf, wobei neben der Vokalvarianz (/i(:)/‚ /e(:)/, /ü(:)/, /oi/) vor allem auch verschiedene intervokalische Konsonanten (/g/‚ /ç/‚ /ʃ/‚ /d/) in Varianten auftreten.
- 2
Die Identifizierung der Namen bereitet Schwierigkeiten. Eine Reihe von Bühl-Namen ist wohl unter den meist als Simplex erscheinenden, assimilierten FlN auf -el verborgen. Eindeutig zum Namenbestand Bühl zuordnen kann man nur Steimel u. ä.‚ die auf Steinbühl zurückgehen. Hier kann allerdings in seltenen Fällen eine Überschneidung mit Steinmal vorliegen (Arnold 340; E. Christmann 1952, 116f.; Hänse 156; G. Müller 1985, 157). Außer Namen mit BT Stein- wurden keine anderen -el-Kombinationstypen berücksichtigt, da in den meisten Fällen der BT aus dem rezenten Namenbestand heraus nicht hinreichend gesichert erscheint.
In Waldeck kann es bei den Mundartformen mit intervokalischem /d/ (beudel, büdel) zu Überschneidungen mit ,Beutel‘ kommen (B. Martin 1984, 255f.; G. Müller 1985, 157); besonders im Kinzigraum, aber auch im übrigen Hessen können die Varianten mit intervokalischem /g/ (biegel, bügel) auf ,Bügel‘ zurückgehen (G. Müller 1985, 157; vgl. zum Zwischenkonsonanten /g/ auch HSS K. 203 und Textband 293f.).
Die spirantisierten Mundartvarianten /büʃel, biʃel/ können zu Büschel gehören oder umgelauteter Diminutiv von Busch sein. Sie wurden nur berücksichtigt, wo die amtliche Form eine Zuordnung nahelegte.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 71
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hase-Büschel: Hase-Büschel (Schönnen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/201913_hase-bueschel> (aufgerufen am 04.11.2026)
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