Ring-Stück: obig den Ringenstückern

Historischer Beleg aus Strinz-Trinitatis  
Gemeinde
Hünstetten
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Ring-Stück

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1784

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 133, Akten Strinz-Trinitatis Nr. 511-6.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Ring

Meist zu ahd. ring, mhd. rinc st. M. ‚Ring, Kreis, Versammlung‘. Die FlN beziehen sich als FormN auf kreisförmige Flurstücke bzw. ringförmig verlaufende Wege, manchmal auch auf alte Ringwälle oder auf Gerichtsstätten (Dingplätze, an denen die Versammelten während der Beratung einen Ring bildeten). Besonders die Namen mit Fugen-/s/ können auch auf den FamN Ring zurückzuführen sein. Vermengung mit Rind ist möglich.

Stück

Im FlN Stück, ahd. stuki, mhd. stücke, stück, stucke, stuck st. N. ‚Teil wovon, Stück‘ schwingt meist die allgemeine Bedeutung ‚Acker, Feld, Land, Gartenland‘ mit, wobei die Teilbezeichnung für das Ganze steht (‚ein schönes Stück‘). Im Unterschied zu Südhessen, wo zahlreiche Vermengungen mit Stock (s. d.) und Stecken (s. d.) die Identifizierung erschweren, sind die mittelhessischen Vorkommen eindeutig.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Ring

Zu ahd. ring, mhd. rinc st. M. ‚Ring, Kreis, Versammlung‘. Die FlN beziehen sich als FormN auf kreisförmige Flurstücke bzw. ringförmig verlaufende Wege (der sehr alte Name in Viernheim beispielsweise verweist auf eine fast kreisförmig verlaufende ehemalige Neckarschleife), manchmal auch auf alte Ringwälle oder auf Gerichtsstätten (Dingplätze, an denen die Versammelten während der Beratung einen Ring bildeten). Besonders die Namen mit Fugen-s können auch auf den FamN Ring zurückzuführen sein.

Stück

In Stück haben sich offensichtlich drei verschiedene Namen vermengt: Stück N., ahd. stuki, mhd. stücke, stück, stucke, stuck st. N. ‚Teil wovon, Stück‘ einerseits und Stock (s. d.) und Steck(en) (s. d.) andererseits. -stück als GT bezieht sich meist auf Grundstücke, die durch den BT spezifiziert werden; es schwingt hier, wie bei anderen Stück-Namen, auch die allgemeine Bedeutung ‚Acker, Feld, Land, Gartenland‘ mit, wobei die Teilbezeichnung für das Ganze steht (‚ein schönes Stück‘). Verschiedentlich begegnet in den FlN das Diminutiv Stückel. - Andere Stück-Namen sind hyperkorrekt aus den beiden anderen Namen entstanden, die ihrerseits zahlreiche Übergänge und Vermischungen aufweisen. Hierhin gehören wohl vor allem die Belege mit schwacher Flexion (Stücken) sowie diejenigen, deren Endung als Kollektivierungsanzeiger verstanden werden kann (Bieber, Dieburg, Froschhausen, Klein-Krotzenburg). Umgekehrt können über Senkung und Entrundung auch in diesen Lemmata einzelne Stück-Namen aufgegangen sein.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Ring

Karte 83

Stück

Karte 48

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ring-Stück: obig den Ringenstückern (Strinz-Trinitatis)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/195259_obig-den-ringenstueckern> (aufgerufen am 04.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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