Kleine-Gans-Kuppe: KLEINE GANSKUPPE [di ,glaɪ'gɑːnts,kʊb]

Rezenter Beleg aus Setzelbach  
Gemeinde
Rasdorf
Landkreis
Fulda
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Kleine-Gans-Kuppe

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Gans

Zu ahd. mhd. gans st. F. ‚Gans, Gänserich‘. Die Mehrzahl der Flächen wird nach ihrer Nutzung als Weide für Gänse benannt. Darauf verweisen auch Namen wie Gänseberg, -garten, -tränke, -brunnen/-born. Auch Wege, auf denen die Gänse zu den Weideflächen getrieben wurden, waren für FlN namengebend. Darüber hinaus konnten Gänse als Naturalabgabe für die Nutzung eines Flurstücks eingesetzt werden. Daran erinnern neben Namen wie Ganszehnten wohl auch die meisten Gänsäcker, denn auf Äckern wurden ja keine Gänse gehalten. Dazu treten noch FormN wie Gänskopf. Das mehrfach auftretende Simplex Gans als FlN verwendet das Wort wohl metaphorisch und bedarf weiterer Klärung.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Koppe f.

1

Wahrscheinlich ist Koppe zu vergleichen mit ahd. chuppha f. ‚Kopf ‘ (Graff 4, 355), mhd. kupfe, gupfe sw. f. (Lexer l, 1788), als Formname aus lat. cuppa ,Becher‘ in der Bedeutung ‚Bergspitze, äußerstes Ende‘ entlehnt (Kluge/Mitzka 413). Das Wort taucht zuerst in den mitteldt. Mundarten auf (DWB 11 [V], 1784, 2771).

Den hessischen Idiotica ist Koppe nicht bekannt; die Nennung für Südhessen (SHessWb 3, 1670) ist wohl auf schriftsprachlichen Einfluß zurückzuführen; zumindest sind in diesem Gebiet keine FlN belegt. Ob die Form Kaupe als Nebenform zu Koppe/Kuppe zu verstehen ist (Arnold 342), ist nicht ganz sicher, doch wahrscheinlich, da es sich um Bergnamen handelt. Kaupe ist für die Wetterau bei E. Alberus belegt: kaup ‚apex, apiculus‘ ein kaupp uf des huns oder vogels heubt (DWB 11 [V], 360; vgl. Weigand/Hirt 1, 1014).

In FlN bezeichnet Koppe zumeist die ‚oberste Bergerhöhung‘ (Genzel 27).

2

Da eine Überschneidung mit den Mundartformen von Kapaun, Koppen, Kappen möglich ist (DWB 11 [V], 1783; SHessWb 3, 1674), wurden die Belege, in denen Koppe BT ist, nur berücksichtigt, wenn die Kombinationsform oder die topographische Lage die Aufnahme nahelegten.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 78

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kleine-Gans-Kuppe: KLEINE GANSKUPPE (Setzelbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/187749_kleine-ganskuppe> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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