Wasser-Kuppe: WASSERKUPPE ['vɑsər,kubə]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Wasser
Zu ahd. wazzar, mhd. wazzer st.N. ‚Wasser (als Element), Gewässer, Fluss‘. Benannt werden Gewässer und feuchte Flurstücke, aber auch Einrichtungen zur Regulierung und Gewinnung von Wasser. Hierzu gehört in unserem Verbreitungsgebiet nur das heute nicht mehr gebräuchliche Wasserhaus (mündlicher Beleg aus Röthges), das eine gemauerte Wasserkammer bezeichnet, sowie die Wasserstube. Bei den meisten Komposita handelt es sich um durchsichtige Bildungen wie Wasserloch, -wiese und -graben. Wasserfall (mit wechselndem Genus) kann auf natürliche Wasserfälle, aber auch auf künstlich angelegte Wasserfallen als kleine Staufstufen mit einer beweglichen Schleuse verweisen. Mitunter verbietet das Gelände eine solche Erklärung wie in Großen-Linden (Schulte), so dass hier an Umdeutung (etwa aus *Wasserfang) zu denken ist.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Wasser
Zu ahd. wazzar, mhd. waʒʒer st. N. ‚Wasser (als Element), Gewässer, Fluss‘. Benannt werden Gewässer und feuchte Flurstücke, aber auch Einrichtungen zur Regulierung und Gewinnung von Wasser. Hierzu gehören Wasserwerk, -wehr, -turm, -rad oder das heute nicht mehr gebräuchliche Wasserhaus, das eine gemauerte Wasserkammer bezeichnet. Während Wasser als Simplex überhaupt nur ein einziges Mal auftritt (etwas häufiger sind nur die Diminutivbildungen auf -chen und -lein), gliedert sich der Namenbestand insgesamt in eine Fülle von über 40 verschiedenen Komposita mit Wasser- im BT. Am häufigsten erscheinen durchsichtige Bildungen wie Wasserloch, -wiese und -graben. Wassergefäll kann auf natürliche Wasserfälle, aber auch auf künstlich angelegte Wasserfallen als kleine Staustufen mit einer beweglichen Schleuse verweisen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Koppe f.
- 1
Wahrscheinlich ist Koppe zu vergleichen mit ahd. chuppha f. ‚Kopf ‘ (Graff 4, 355), mhd. kupfe, gupfe sw. f. (Lexer l, 1788), als Formname aus lat. cuppa ,Becher‘ in der Bedeutung ‚Bergspitze, äußerstes Ende‘ entlehnt (Kluge/Mitzka 413). Das Wort taucht zuerst in den mitteldt. Mundarten auf (DWB 11 [V], 1784, 2771).
Den hessischen Idiotica ist Koppe nicht bekannt; die Nennung für Südhessen (SHessWb 3, 1670) ist wohl auf schriftsprachlichen Einfluß zurückzuführen; zumindest sind in diesem Gebiet keine FlN belegt. Ob die Form Kaupe als Nebenform zu Koppe/Kuppe zu verstehen ist (Arnold 342), ist nicht ganz sicher, doch wahrscheinlich, da es sich um Bergnamen handelt. Kaupe ist für die Wetterau bei E. Alberus belegt: kaup ‚apex, apiculus‘ ein kaupp uf des huns oder vogels heubt (DWB 11 [V], 360; vgl. Weigand/Hirt 1, 1014).
In FlN bezeichnet Koppe zumeist die ‚oberste Bergerhöhung‘ (Genzel 27).
- 2
Da eine Überschneidung mit den Mundartformen von Kapaun, Koppen, Kappen möglich ist (DWB 11 [V], 1783; SHessWb 3, 1674), wurden die Belege, in denen Koppe BT ist, nur berücksichtigt, wenn die Kombinationsform oder die topographische Lage die Aufnahme nahelegten.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 78
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wasser-Kuppe: WASSERKUPPE (Obernhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/184857_wasserkuppe> (aufgerufen am 06.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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