Pflanze-Hain: aufm Plantzen Hain
Beleg
Standard-Flurname
Pflanze-Hain
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1720
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 247/3.
Weitere Belege
- 1720: ufm Plantzen Heintzen [Acker]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 247/3., fol. 334'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hain
Zu ahd. hagan ‚Dornstrauch, Weißdorn‘, mhd. hagen st. M. ‚Dornbusch, Dorn; Verhau; Ort‘. Die Namen beziehen sich auf eingefriedete Flurstücke und eingehegten Wald, oft auch auf die Einfriedung von Wohnstätten oder Siedlungen. Hain und Hahn sind kontrahierte Formen, bei denen der velare Verschlusslaut /g/ geschwunden ist; ein Zusammenhang mit nhd. Hain ‚kleines Wäldchen‘ oder Hahn ‚männlicher Vogel‘ liegt bei den FlN allenfalls in Folge einer Umdeutung vor. Die historischen Belege weisen im Bereich des Vokalismus starke lautliche Varianz auf. Bei der Kontraktion der ursprünglichen Form hagen entsteht der Diphthong /ai/, daraus der Monophthong /a:/, der oft zu /e:/ oder /o:/, seltener /u:/ oder /i:/ gehoben wird. Häufig tritt Vokalkürzung ein.
Pflanze
Zu ahd. flanza ‚Schößling‘, mhd. phlanze st. F. ‚jung gepflanzter Stamm, Pflanze, Baum‘, einer Entlehnung aus lat. planta ‚Setzling, Sohle‘. Die Namen beziehen sich auf dorfnahes Garten- und Wiesengelände, das besonders gut für die Anzucht von Pflanzenschößlingen geeignet war. Für Pflanzengarten gilt auch die allgemeine Bedeutung ‚Gemüsegarten‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hain
Zu ahd. hagan ‚Dornstrauch, Weißdorn‘, mhd. hagen st. M. ‚Dornbusch, Dorn; Verhau; gehegter Wald; der eingefriedete, umhegte Ort‘. Die Namen beziehen sich auf eingefriedete (von Hecken umgebene) Flurstücke und eingehegten Wald, oft auch auf die Einfriedung von Wohnstätten oder Siedlungen. Hain und Hahn sind kontrahierte Formen, bei denen der velare Verschlusslaut /g/ geschwunden ist; ein Zusammenhang mit nhd. Hain ‚kleines Wäldchen‘ oder Hahn ‚männlicher Vogel‘ liegt bei den FlN allenfalls infolge einer Umdeutung vor. Die historischen Belege weisen im Bereich des Vokalismus starke lautliche Varianz auf. Bei der Kontraktion der ursprünglichen Form hagen (früh belegt für Auerbach, Groß-Rohrheim und Nieder-Beerbach) entsteht der Diphthong /ɑɪ/, daraus der Monophthong /ɑː/, der oft zu /eː/ oder /oː/, seltener zu /uː/ oder /iː/ gehoben wird (vereinzelt erscheint auch die gerundete Variante /öː/). Zusätzlich kann für den auslautenden Nasal /n/ die labiale Variante /m/ eintreten. Der älteste Beleg 795 (Groß-Rohrheim) weist durch romanische Schreibung bedingten 〈h〉-Ausfall auf
Pflanze
Zu ahd. flanza ‚Schößling‘, mhd. phlanze st. F. ‚jung gepflanzter Stamm, Pflanze‘, einer Entlehnung aus lat. planta ‚Setzling, Sohle‘. Die Namen beziehen sich auf dorfnahes Garten- und Wiesengelände, das besonders gut für die Anzucht von Pflanzenschößlingen geeignet war. Für Pflanzgarten gilt auch die allgemeinere Bedeutung ‚Gemüsegarten‘, gelegentlich auch die speziellere Bedeutung ‚Weingarten‘. Die Abstraktbildung ahd. flanzunga, mhd. phlanzunge st. F. ‚Anpflanzung‘ erscheint in Uferpflanzung.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Pflanze-Hain: aufm Plantzen Hain (Leusel)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/141947_aufm-plantzen-hain> (aufgerufen am 07.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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