Klee-Bett: genandt d: kleine klebedt
Beleg
Standard-Flurname
Klee-Bett
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1572
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/6.
Weitere Belege
- 1572: d: grose klebedt genandt [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/6., fol. 9 - 1576: In kle bett: [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/5., fol. 42 - 1587: das Clebett [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 113 - 1587: die Kleebett [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 108 - 1587: in Clebettenn [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 119 - 1587: in Clebetten [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 178/3., fol. 113'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Bett
Zu ahd. betti ‚Lager, Bett; Beet‘, mhd. bette, bet st.N. auch ‚Feld-, Gartenbeet‘. Nhd. Bett und Beet gehen daher auf das gleiche Wort zurück und wurden erst in frühnhd. Zeit geschieden. In Bezug auf die Bedeutung ‚Acker-, Gartenbeet‘ tritt in den FlN ausschließlich Bett auf, und zwar -abweichend vom üblichen Gebrauch - mit femininem Genus. Als Plural erscheint gelegentlich /-er/.
Klee
Zu ahd. klê, klêo, mhd. klê st. M. ‚Klee‘. Namengebend war der Anbau bzw. das Vorkommen von Futter- oder Wildklee. Im Einzugsbereich des Kleebachs (s.d.) tritt Vermengung mit dem GewN ein.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Bett
Zu ahd. betti ‚Lager, Bett; Beet‘, mhd. bette, bet st. N. auch ‚Feld-, Gartenbeet‘. Nhd. Bett und Beet gehen daher auf das gleiche Wort zurück und wurden erst in fnhd. Zeit geschieden. Beide Formen beziehen sich gleichermaßen auf die Bedeutung ‚Acker-, Gartenbeet‘. Sie beziehen sich auf die Nutzung, manchmal auf die Form, so gelegentlich auch für Terrassen, Weinberge und stufenförmige Felder. Die Beet-Variante, die in Südhessen selten ist, ist nicht immer sicher von mhd. bete st. F. ‚Abgabe‘ (s. Bede) zu trennen. Betz Wißen und Betzäcker aus Offenbach am Main sind in Anlehnung an den Namen des Pächters von a. 1481 aus Betten umgedeutet worden
Klee
Zu ahd. klê, klêo, mhd. klê st. M. ‚Klee‘. Namengebend war der Anbau bzw. das Vorkommen von Futter- oder Wildklee.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Bett n.f. / Beet n.f.
- 1
Der in Hessen häufige FlN geht mit seinen beiden Hauptvarianten auf ahd. betti u. ä. st.n. ‚Lager, Bett‘ (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 935ff.), auch ,Beet‘, mhd. bette, bet(t) st.n.‚ auch ,Feld-‚ Gartenbeet‘ (Lexer 1, 242) zurück. Die Wörter Beet und Bett haben also die gleiche Ausgangsform und wurden erst frühnhd. geschieden, wobei Beet wohl aus dem apokopierten mhd. bet entstanden ist (Weigand/Hirt 1, 176f.). „Die schriftsprachliche Scheidung von Beet und Bett scheint aus Mitteldeutschland zu stammen.“ (Kluge/Mitzka 59; vgl. DWB 1 [I], 1245). Daraus ergibt sich die Frage, ob die heutige Verteilung von Bett und Beet in hessischen FlN etwas zur Erhellung dieses (verhältnismäßig unklaren) sprachgeschichtlichen Befunds beitragen kann.
Als Wörter sind Beet und Bett in Hessen mit dem standardsprachlichen Bedeutungsunterschied natürlich allgemein gebräuchlich (SHessWb 1, 646, 738ff.). Als Maßeinheit von ¼ Juchart (DRWb 1, 1364) ist Bett/ Beet in Hessen nicht belegt.
In FlN beziehen sich Beet und Bett gleichermaßen auf ,Acker-, Gartenbeet‘ (Crecelius 154), nach H. Jäger 32f. auch auf Einheiten der Hochäcker. Von der Mitte nach Norden fortschreitend, tritt eine in den Wörterbüchern nicht belegte fem. Genusvariante die bette häufiger auf (ein historischer Beleg dafür E. 14. Jh.: Dittmaier 27). Es gibt jedoch keine sprachlichen und sachlichen Anhaltspunkte, daß diese fem. Form zu dem im nordöstlichen Niedersachsen vorkommenden die Beete ‚sumpfige Weide‘ gehört (Scheuermann 27; Hessmann 193f.).
- 2
1. Abgrenzungsschwierigkeiten gegenüber Bett ,Bett‘ ergeben sich nicht, da Bett in dieser Bedeutung charakteristische Kombinationstypen (Bettzieche u. ä.) aufweist. Nicht berücksichtigt wurden Bett-FlN in der Bedeutung ,Bach-‚ Flußbett‘ (z. B. „Ohmbett“ 5118b4 Ginseldorf MBK), auch nicht die unsicheren Wasserbett, Flutbett.
2. Bei der Beet-Variante kann mhd. bëte ,Abgabe‘ (Lexer 1, 235) insbesondere bei Vorkommen im BT vorliegen. Sichere sprachliche Abgrenzungskriterien gibt es nicht; die Zahl der Zweifelsfälle ist aber gering und betrifft hauptsächlich die wenigen südhessischen Beet-Belege. Batten-(BD)-Namen wurden nicht aufgenommen, da nur ein Belegort (5426d2 Hilders FUL) im osthessischen Gebiet der Senkung /e/ > /a/ liegt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 49
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Klee-Bett: genandt d: kleine klebedt (Gontershausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/127007_genandt-d-kleine-klebedt> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/127007