Kohl-Herde: AUF DER KOHLHERDE [koahlhaed]

Rezenter Beleg aus Erbenhausen  
Gemeinde
Homberg (Ohm)
Landkreis
Vogelsbergkreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Kohl-Herde

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Kohl

Meist zu ahd. kolo, mhd. kol sw. M. st.N. ‚Kohle‘. Die Namen deuten deshalb in der Regel auf alte Plätze zur Gewinnung von Holzkohle hin (Kohl-grube, -kaute, -hauk, -platz u.ä.) oder FormN nach einem dazu benötigten Werkzeug (Kohlaxt). Nur selten tritt Vermengung mit Kohl ‚Kraut‘ ein, am ehesten wohl bei den Kohlgärten und Kohläckern.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Herde

Zu ahd. herta, mhd. hert st. F. ‚Herde‘. Die FlN verweisen auf Aufenthaltsorte von Vieh und auf die Wege, auf denen das Vieh zur Weide getrieben wurde (mhd. hertwec st. M. ‚Viehweg‘; in Einzelfällen gab es vielleicht auch eine Vermischung mit Heerweg). Gelegentlich (Jügesheim) liegt wohl ein PN Herd oder Herder zu Grunde.

Kohl

Meist zu ahd. kolo, mhd. kol sw. M. st. N. ‚Kohle‘. Die Namen deuten dann auf alte Kohlenmeiler hin, so genannte Kohlplatten1. Kohläcker in Nieder-Klingen erinnert jedoch an die Siedlung Hippenheim, die 1504 gebrandschatzt wurde und an deren von Rauch geschwärzte Ruinen2. Nur vereinzelt dürften Belege zu ahd. kôl, mhd. kôel, koel st. M. ‚Kohl‘ gehören, da in der Mundart in der Regel Kappes, Kraut gegolten hat; vielleicht die Namen mit dem GT -garten. In Roßdorf liegt in der amtlichen Form Umdeutung aus Kehle (s. d.) vor.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kohl-Herde: AUF DER KOHLHERDE (Erbenhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/123837_auf-der-kohlherde> (aufgerufen am 03.07.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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