Teufel-Zahl: Im deuffels Zall
Beleg
Standard-Flurname
Teufel-Zahl
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1555
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 131/1.
Weitere Belege
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Teufel
Zu ahd. tiuval, mhd. tiuvel, tievel st. M. ‚Teufel, böser Geist‘, einer Entlehung aus mittellat. *diuvalus, einer Variante von lat. diabolus. Manchmal handelt es sich um Flurorte, die den Menschen durch ihre natürliche Lage und Beschaffenheit oder durch vorgeschichtliche Funde und daran angeknüpfte Sagen unheimlich waren. Die meisten FlN gehen aber auf den im Untersuchungsraum auch historisch vielfach belegten BesitzerN Teufel zurück.
Zahl
Zu ahd. mhd. zagel st. M. ‚Schwanz‘ bzw. der kontrahierten Variante /dsa:l/. Es handelt sich um einen FormN, der auch in der allgemeineren Bedeutung ‚längliches Flurstück, Endstück eines Flurteils‘ verwendet wird. Häufig wird in den Namen mit Tierschwänzen verglichen. Wo mhd. /g/ nicht geschwunden ist, wird die Lautgruppe /age/ zu /ai/ zusammengezogen. Die so entstandene Variante Zeil erscheint in FlN meist monophthongiert als Ze(h)l. - Zahlgasse ist eine Gasse am Ortsende.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Teufel
Zu ahd. tiuval, mhd. tiuvel, tievel st. M. ‚Teufel, böser Geist‘, einer Entlehnung aus mittellat. *diuvalus, einer jüngeren Variante von lat. diabolus. Meist handelt es sich um Flurorte, die den Menschen durch ihre natürliche Lage und Beschaffenheit oder durch vorgeschichtliche Funde und daran geknüpfte Sagen unheimlich waren. Ein Beleg wie Teufelsküche dürfte auf die sprichwörtliche Redensart zurückführen. Die mundartliche Form /dɑɪvəl/ für Teufel konnte fälschlicherweise dialektal auch als Diminutivform für Taube aufgefasst werden, so vor allem der Name für das ausgedehnte Waldgebiet in Darmstadt, Arheilgen, Weiterstadt, Braunshardt. Gelegentlich kommt auch ein PN in Betracht, der dann als Kurzform auf Theudobald (s. d.) zurückgeht. - Tiefertswinkel (Fürth) ist eine jüngere Schreibung oder Umdeutung aus Teufelswinkel
Zahl
Zu ahd. mhd. zagel st. M. ‚Schwanz‘ bzw. der kontrahierten Variante /dsɑːl/. Es handelt sich um einen FormN, der auch in der allgemeineren Bedeutung ‚längliches Flurstück, Endstück eines Flurteils‘ verwendet wird. Wo mhd. /g/ nicht geschwunden ist, wird die Lautgruppe /ɒge/ zu /ɑɪ/ zusammengezogen. Die so entstandene Variante Zeil erscheint in FlN mit Monophthongierung als Ze(h)l, Zäl, kann sich aber auch mit Zeil (s. d.) vermengen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Zahl
Karte 66
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Teufel-Zahl: Im deuffels Zall (Burkhards)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/119533_im-deuffels-zall> (aufgerufen am 07.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/119533