Seeme-Pfad: OBEN AM SEEMER PFAD [ɔbə ɔm 'semər ,pɔad]

Rezenter Beleg aus Burkhards  
Gemeinde
Schotten
Landkreis
Vogelsbergkreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Seeme-Pfad

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Pfad

Zu ahd. p(h)ad, mhd. phat st. M.N. ‚Fußweg, Pfad‘, das vielleicht eine Entlehnung aus griech. patos ‚Weg‘ ist.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Pfad

Zu ahd. p(h)ad, mhd. phat st. M. N. ‚Fußweg, Pfad‘, das vielleicht eine Entlehnung aus griech. pátos ‚Weg‘ ist. Neben der standardsprachlichen Form mit anlautendem /pf/ aus /p/ stehen in der Mundart die Varianten /poːd/ und /peːd/. Die Belege aus FGesäß können daher als Diminutivformen hier angeschlossen werden.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Semde f. (m./n.)

1

Als Bezeichnung für die Binse ist die Semde, ahd. semida f. (Graff 6, 222), mhd. semede, semde st.sw.f.‚ st.n. ‚Schilf, Ried, Binse‘ (Lexer 2, 873) im deutschen Sprachraum weit verbreitet, wenngleich im Niederdt. „anscheinend nur in älterer Sprache“ (DWB 16 [X, I] 557), mnd. semede (Schiller/Lübben 4, 187). In Hessen, vor allem nördlich des Mains, ist die Bezeichnung für die Binse in vielfältigen Varianten gebräuchlich (Kehrein 377; Crecelius 787; v. Pfister 276; HNassWb 3, 554, 576ff.). Die in den FlN belegten Varianten lassen sich auf fünf Haupttypen reduzieren, die allerdings zusätzlich im Vokalismus variieren (/e:‚ e, i:, i, a/): Neben der auf -/(e)d(e)/ ausgehenden Form stehen zu /ds/ und /s/ spirantisierte Formen -/(e)ds(e)‚ -/(e)s(e)/. Hinzu kommt eine auf /e/ ausgehende Nebenform se:me u.ä.‚ die häufiger zu /se(:)miç/ kollektiviert auftritt. Allerdings haben auch -/(e)d/und -/e(d)s/- als Suffixe kollektivierende Eigenschaft: ‚Ort, wo es viele Semen gibt‘ (vgl. Dittmaier 56).

2

Außer diesen einzuordnenden und deshalb sicher identifizierbaren Namentypen sind drei Varianten (mit geringer Belegzahl) aufgenommen, bei denen Vermengung mit anderen Bedeutungen nicht ausgeschlossen werden kann:

1. Senft(e) (HNassWb 3, 578) (Vermengung mit Senf, dial. auch /senfd/).

2. Simmer u.ä. (Plural zu Simme u.ä. oder Vermengung mit Simmer ‚Getreidehohlmaß‘ (20-50 Pfund) (HNassWb 3, 601; Vgl. Dittmaier 29l)

3. Simmel, Semmel u.ä. (hierher?; vgl. HNassWb 3, 577).

Die /se(:)men/- sind aufgenommen.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 128

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Seeme-Pfad: OBEN AM SEEMER PFAD (Burkhards)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/119510_oben-am-seemer-pfad> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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