Leide-Hecke: vff der leyden hecken

Historischer Beleg aus Weidelbach  
Gemeinde
Haiger
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Leide-Hecke

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1542

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 171, Nr. S 1137 a.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hecke

Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘; bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein - wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s.d.), gebildet. Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auch forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hecke

Zu ahd. hegga ‚Wall, Schanze‘, mhd. hecke, hegge, heck st. sw. F. ‚Hecke‘, bedeutet in den westmitteldt. Dialekten nicht nur ‚lebender Zaun‘, sondern auch ‚Gebüsch, Gestrüpp; niederer Buschwald‘. Die FlN beziehen sich in erster Linie auf künstlich gezogene, lebende Umzäunungen, die zur Eingrenzung von Flurstücken oder, in älterer Zeit, zur klein- wie großräumigen Befestigung dienten: Dörfer und Gehöfte waren oft von Hainbuchenzäunen umgeben, Landwehren aus undurchdringlichen Heckenstreifen, sog. Gebücken (s. d.) gebildet (vgl. z. B. Eberstadt). Daneben verweisen viele Namen aber auch auf einzeln stehendes Strauchwerk und Dorngestrüpp in der Feldflur, vor allem aber auf forstlich genutzte Waldstücke mit Busch- oder Niederwald. Bei den älteren Namen ist eine sichere Unterscheidung zwischen Hecke und dem verwandten Hege nicht immer möglich (s. Leeheim, Trebur). An Verkleinerungsformen erscheinen sowohl Heckel als auch die Weiterbildung Heckelchen.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Leite, Liete f.

1

Leite, ahd. lîta sw.f. (Schützeichel 115), mhd. lîte sw.f. (Lexer 1, 1939), mnd. lît f. (Lasch/Borchling 2, 833), bezeichnet als Wort und als Name einen Bergabhang, eine Halde und ist etymologisch mit lehnen verwandt (Weigand/Hirt 2, 52; Kluge/Mitzka 435). „Das Wort hat sich heute noch im bairischen und fränkischen Sprachgebiete erhalten“ (DWB 12 [VI], 728; vgl. Valtavuo 122f.). In Hessen ist das Wort verschwunden (HNassWb 2, 117), war aber bis in den Beginn des 19. Jh.s. „wenigstens noch hier und da“ lebendig (Vilmar 251; vgl. Arnold 34l; Crecelius 555).

Im hessischen Monophthonggebiet lautet die Standardform /li:de/- Liede, manchmal zu /le:de/ gesenkt und beides oft gekürzt: /lid(e), led(e)/. Mitunter weisen die mündlichen Formen von Leite und Liete Rundung zu /loid(e)/ und /lü(:)d(e)/ auf. Sehr verbreitet in allen Varianten ist der Rhotazismus /d/ > /r/.

2

Die Identifizierung der Hauptmasse der Namen ist unproblematisch. Vermengungen können im Einzelfall bei einigen Varianten vorliegen:

l. Bei Leit- als BT kann Herleitung von leiten vorliegen. Ausgeschieden wurden Leitgraben u.ä.; unsicher sind Typen wie Leithecke, Leitacker u.ä., die jedoch in der Regel aufgenommen sind. Das betrifft vor allem auch den Wetterauer Einzelbeleg „Leitweide“ in 5818c4 Niederdorfelden MKK.

2. Bei monophthongischen Belegen kann vereinzelt Vermengung mit Lager (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 42) und Lett(en) (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 105) vorliegen, bei der /e:/-Variante wohl höchstens am Nordrand mit ostfäl. Legde, Lede, < mnd. lêgede ,liegengelassenes Land‘ (Flechsig 1959 b, 49; Lasch/Borchling 2, 769; DWB 12 [VI], 537).

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 86

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Leide-Hecke: vff der leyden hecken (Weidelbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/106540_vff-der-leyden-hecken> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/106540