Röhricht-Driesch: auf dem Röhrigs Trischen

Historischer Beleg aus Wettges  
Gemeinde
Birstein
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Röhricht-Driesch

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1744

Quelle

Staatsarchiv Marburg, Kataster I, Wettges, B 1.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Driesch

Driesch ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; Weide‘, mhd. driesch st. M.N. ‚unangebautes Land, ungepflügter Acker‘ ist in OrtsN bereits seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Das ursprünglich niederdt. Wort zählt vermutlich mit den Adjektiven mittelniederländ. und alem. driesch ‚brach‘ zu einer sk-Erweiterung von germ. *preuta- ‚ermüden, erschöpfen‘. Der in Hessen nördlich des Mains sehr häufig belegte FlN gehört in einen nördlichen Sprachzusammenhang. Da aus mhd. /ie/ im Untersuchungsgebiet steigender Diphthong /ei/ wird, finden sich häufiger Formen mit /ei/ (oder gerundet /oi/), die mit Dreis (s.d.) zusammenfallen können. Bei älteren Belegen ist deshalb eine klare Scheidung nur möglich, solange die Diphthongierung noch nicht eingetreten war. - Driesch hat in Cleeberg die Sonderbedeutung ‚einschürige Wiesen und Schafweiden‘ (Jäger).

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Driesch

Driesch ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; Weide‘, mhd. driesch st. M. N. ‚unangebautes Land, ungepflügter Acker‘ ist in ON bereits seit dem 8. Jh. bezeugt. Das ursprünglich niederdt. Wort zählt vermutlich mit den Adjektiven mittelniederländ. und alem. driesch ‚brach‘ zu einer sk-Erweiterung von germ. *þreuta- ‚ermüden, erschöpfen‘. Der in Hessen nördlich des Mains sehr häufig belegte FlN gehört in einen nördlichen Sprachzusammenhang und ist daher in Südhessen verhältnismäßig selten. An Varianten begegnen - falls die Belege sicher hierher gehören - Drays (zur Variante mhd. treis), Dreit-sand (aus *Traitz-sand1) und Trast (wohl mit unorganischem /t/), sowie Triescher (mit -er-Plural).

Röhricht

Zu ahd. rôrah(i), mhd. rôrach, rœrach st. N. ‚Röhricht‘ bzw. dem zu rôr gehörigen Adj. rôreht ‚rohrartig‘, ‚mit (Schilf-)Rohr bewachsen‘. Röhricht ist eine Kollektivbildung zu Rohr und verweist als FlN auf mit Schilfrohr dicht bestandenes Gelände, Rohrdickicht. Die historischen Belege weisen relativ häufig die nicht umgelautete Form Rohrig auf, die rezent nur noch in Rohr(Odenwald) und Wembach vorkommt. Vereinzelt erscheint der Stammvokal zu /u/ gehoben (Braunshardt). Gelegentlich wurde der Name schon früh zersprochen bzw. umgedeutet (Groß-Zimmern). In Einzelfällen ist der FamN Röhrig o. ä. nicht auszuschließen.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Driesch

Karte 32

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Röhricht-Driesch: auf dem Röhrigs Trischen (Wettges)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/10333_auf-dem-roehrigs-trischen> (aufgerufen am 14.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/10333