Siech-Grabe: auf dem Siehgraben
Beleg
Standard-Flurname
Siech-Grabe
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1790
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 248/2, Nr. 5.
Weitere Belege
- 1792: auf dem Sichgraben [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 248/2, Nr. 5., fol. 7'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Siech
In der Zusammensetzung mit -haus gleichbedeutend mit Gutleuthaus bezeichnet Siechhaus, ahd. siohhûs, mhd. siechhûs, siechûs st. N. einen Aufenthaltsort für Aussätzige. Die Häuser lagen wegen der Ansteckungsgefahr meist außerhalb der Siedlungen. Auch das Siechloch und der Sichbach (s.d.) in Gießen gehen als Klammerformen auf *Siech(haus)loch/-bach zurück, so dass hier das vor dem Selterstor gelegene Siechhaus namengebend war. - Wo ein Zusammenhang mit Siechhaus ausscheidet, gehen die BTe auf eine Nebenform zu ahd. sîhan, mhd. sîhen ‚tröpfelnd durch etwas sickern, fließen‘ (s.u. Seie) zurück.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grabe
Vermutlich zum FamN Grabe.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Siech-Grabe: auf dem Siehgraben (Steindorf)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/101122_auf-dem-siehgraben> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/101122