Schoß-Seife: im Schoßeiff
Beleg
Standard-Flurname
Schoß-Seife
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1770
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 180, Steinbrücken Nr. 1.
Weitere Belege
- IM SCHOSSEIFEN
- 2. Hälfte 18. Jahrhundert: im Schoß Seiffen [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Steinbrücken Nr. 4., S. 165 - 1770: im Schoßseiffen [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 180, Steinbrücken Nr. 1., fol. 2 - 1773: im Schos seiffen [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 179, Nr. 1838., fol. 228
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Schoß
Zu mhd. schoz st.N. ‚junger Trieb, Schössling‘, d.h. ‚Garten, in dem Schösslinge gezogen werden‘.
Seife
Die Namen gehören als Substantivbildung von mhd. sîfen st. V. ‚tröpfeln, triefen‘ zu mhd. sîfe sw. M. ‚Bächlein, von einem Bächlein durchzogene Bergschlucht‘; in FlN im Flachland auch im Sinne von ‚feuchte Stelle‘. In Mittelhessen schwankt das Genus zwischen mask. und fem., während die Namen in Südhessen nur fem. Genus aufweisen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Schoss
Ein Schossriegel, mhd. schoʒrigel st. M., ist ein (kleiner) Pfosten, der offenbar (wie das Schutzbrett, s. Schutz) zum raschen Fallverschluss einer Schließe (s. d.) diente. - Ob Schoßberg und Schossert (wohl *schoß-hart oder südhess. Schossert ‚junger Trieb, Schößling‘, auch ‚Kohlpflanze ohne Herz‘) zu mhd. schoʒ st. N. ‚junger Trieb, Schössling‘ oder zu mhd. schoʒ st. M. ‚Geldabgabe, Steuer‘ zu stellen sind, ist hingegen nicht entscheidbar.
Seife
Die Namen gehören als Substantivbildung von mhd. sîfen st. V. ‚tröpfeln, triefen‘ zu mhd. sîfe sw. M. ‚Bächlein, von einem Bächlein durchzogene Bergschlucht‘; in FlN im Flachland auch im Sinne von ‚feuchte Stelle‘. In Südhessen weisen die Namen durchweg fem. Genus auf; in Nlieb liegt Diminutiv vor. Die auch im Pfälzischen vorkommenden Seifds-Namen gehen wohl auf mhd. *sîfezen zurück, vgl. lothringisch-elsässisch sifzen ‚durchsickern, tröpfeln, feucht sein‘, das als Intensivbildung mit dem Suffix -ezzen, -izzen ebenfalls zu mhd. sîfen st. V. gehört. Amtlich wurde der FlN an seufzen angeschlossen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Seife
Karte 120
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schoß-Seife: im Schoßeiff (Steinbrücken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/100752_im-schosseiff> (aufgerufen am 15.07.2026)
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