Schloss Rhoden

Bau / Ersterwähnung 1236  
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Gemarkung
Rhoden
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Basisdaten

Die Geschichte der Burg in Rhoden reicht zurück bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhundert. Reste der mittelalterlichen Bauten haben sich allerdings nicht erhalten. Den Schlossbau, der heute über Rhoden thront, ließ Georg Friedrich von Waldeck Mitte des 17. Jahrhunderts errichten. Die eigentlich größer geplante Anlage konnt nur teilweise verwirklicht werden: von den vorgesehenen vier Flügeln wurden nur zweieinhalb gebaut. Das Schloss beherbergte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Altenheim, wurde von 2013 bis 2016 saniert und beherbergt heute den Hauptsitz der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW).

Weitere Namen

Burg Rhoden

Ortstyp

Burg; Schloss

Bezeichnung der Siedlung

Lagebezug

etwa 10,5 km nördlich von Arolsen

Lage

Das Schloss steht oberhalb der Stadt Rhoden westlich des historischen Ortskerns, Schlossplatz 7.

Geschichte

Burggeschichte

Der frühneuzeitliche Neubau des Schlosses diente seinem Bauherren Graf Georg Friedrich von Waldeck in den Jahren 1655 bis 1664 als Residenz, bevor er nach dem Tod seines Neffen Heinrich Wolrad als regierender Graf von Waldeck-Eisenberg nach Arolsen zog. Das Schloss war dann Amtssitz. Im Jahre 1795 bezog Prinz Georg von Waldeck, Bruder des regierenden Fürsten, mit seiner Familie das Schloss und wohnte bis 1806 in Rhoden. Im 20. Jahrhundert diente das Schloss als Lehrerinnenerholungsheim, war 1933 bis 1936 Sitz einer Abteilung des Reichsarbeitsdienstes und beherbergte von 1948 bis 2011 ein Altenheim. Seit 2016 ist die Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW) Hauptmieter des Schlosses.

Ersterwähnung

1236

Besitzgeschichte

Die Burg Rhoden war im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Waldeck, vermutlich als Lehen des Bischofs von Paderborn. Im 14. und 15. Jahrhundert verpfändeten die Waldecker Grafen Schloss und Stadt mehrfach (unter anderem 1377 an Ritter Johann Raven [von Pappenheim?], 1390 an Ritter Kurt Spiegel vom Desenberg, 1398 an Landgraf Hermann II. von Hessen, 1402 an Stephan von der Malsburg, 1424 (zusammen mit der Hälfte der Grafschaft Waldeck) an den Landgrafen Ludwig I. von Hessen). Im Jahre 1426 verpfändeten die Waldecker die Burg Rhoden an den Mainzer Erzbischof. Dieser verpfändete sie 1428 wiederum an Johann Spiegel zum Desenberg, 1452 löste Graf Wolrad I. von Waldeck diese Pfandschaft ein und die Erzbischöfe von Mainz betrachteten die Burg Rhoden daher als an Waldeck verpfändet. 1508 teilten sich die Linien Waldeck-Eisenberg und Waldeck-Wildungen das Schloss. Auch im 16. Jahrhundert setzte sich die Reihe der Verpfändungen fort (u.a. 1532 die Hälfte Philipps III. von Waldeck auf zwölf Jahre an Jost und Lubbert Westphal, 1541 bis 1570 die Hälfte Philipps IV. von Waldeck an Anna von Kleve, Witwe des 1539 gestorbenen Philipp III. von Waldeck). Im Jahre 1681 gab das Bistum Mainz schließlich seine Ansprüche auf Burg Rhoden auf. 1786 trat Fürst Friedrich Karl August von Waldeck-Pyrmont das Schloss an seinen Bruder Georg ab. Im Jahre 1920 wurde das Schloss Eigentum des Freistaats Waldeck-Pyrmont und kam schließlich an die Waldecksche Domanialverwaltung, die noch heute Eigentümer des Schlosses ist.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Die Burg Rhoden ist vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet worden. Mitte des 16. Jahrhunderts war der Schlossturm verfallen und wurde wieder aufgebaut (HStAM Bestand 115/01 Nr. 444). 1645 ließ Georg Friedrich von Waldeck die alten Burggebäude abtragen und nach dem Entwurf des französischen Architekten Belle-Roche bis 1655 einen Neubau errichten, die Bauleitung hatte der Holländer Peter Jeanson. Die Pläne zur Befestigung des neuen Schlosses wurden ebensowenig umgesetzt wie die 1693 geplanten Süd- und Westflügel. In den Jahren 1787 bis 1795 wurde das Schloss renoviert, 1817 wurden mehrere Beamtenwohnungen eingerichtet. Zwischen 2013 und 2016 ließ die Waldecksche Domanialverwaltung das Schloss grundlegend sanieren.

Baubeschreibung

Der dreigeschossige Wohnbau der mittelalterlichen Burg Rhoden erhob sich im Osten des Burgareals, westlich davon (auf dem heutigen Innenhof) befand sich ein schräggestelltes Gebäude, im Süden stand der Küchenbau. Diese Gebäude wurden 1645 abgebrochen.
Der Neubau war als langrechteckiger Vierflügelbau geplant, jedoch konnten nur der östlich Längsflügel (der in Breite und Ausrichtung dem Vorgängerbau folgt), der Nordflügel und ein Teil des westlichen Längsflügels gebaut werden. Die Nordseite bildet die Hauptfront des Schlosses, sie ist dreigeschossig über einem hohen Sockelgeschoss und hat einen Mittelrisalit mit Allianzwappen (Waldeck und Nassau-Siegen) im Giebelfeld. Der Ostflügel ist viergeschossig, zum höhergelegenen Innenhof dreigeschossig. Das Schloss ist ein Sandsteinbau und besteht zum Großteil aus Bruchstein.

Erhaltungszustand

Reste der mittelalterlichen Burggebäude haben sich nicht erhalten. In seiner äußeren Form entspricht der heutige Bau größtenteils dem Zustand des 17. Jahrhunderts, moderne Ergänzungen sind deutlich sichtbar gestaltet.

Burgtyp

Bautyp

Höhenburg; Gipfelburg; Schloss

Rechtstyp

Landesburg@Hochstift Paderborn; Landesburg@Grafschaft Waldeck; Lehnsburg; Pfandburg; Residenzschloss

Funktionstyp

Residenz; Amtssitz

Nachweise

Quellen

Literatur

EBIDAT

10572

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schloss Rhoden“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/7560_schloss-rhoden> (aufgerufen am 07.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/7560

Indizes

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