Landgräfliches Schloss Kassel

Entstehungjahr unbekannt  
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Gemarkung
Kassel
Landkreis
Kassel
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Basisdaten

Vermutlich entstand bereits im 9. Jahrhundert an der Fulda ein Königshof. Die Lage zwischen dem Fluss und einem in die Fulda mündenden Bach hoch auf einem Bergsporn gelegen sicherte die Anlage nach drei Seiten ab und ermöglichte die Kontrolle des vorbeiführenden Handelsweges. Im 12. Jahrhundert wurde die Burg erweitert und unter Landgraf Heinrich I. 1277 durch Neubauten vergrößert. Die hessischen Landgrafen gestalteten in den folgenden Jahrhunderten die Anlage zum Herrschaftszentrum in Niederhessen um. Seit 1556 wurde sie Residenz der Landgrafen von Hessen bis 1803 und mit prächtigen Schlossräumen repräsentativ umgestaltet. In der napoleonischen Ära bezog sie König Jérôme Bonaparte von Westphalen. 1811 zerstörte ein Brand das Schloss, ein durch den Kurfürsten Wilhelm I. geplanter Neubau wurde nicht verwirklicht. Heute befindet sich hier das Regierungspräsidium von Kassel.

Weitere Namen

Burg Kassel
Chattenburg
Stadtschloss Kassel

Historische Namensformen

Ortstyp

Burg; Schloss

Lage

An der Stelle des jetzigen Regierungspräsidiums (Steinweg 6) an der Fulda auf einer Anhöhe gelegen.

Geschichte

Burggeschichte

Bereits im 9. Jahrhundert bestand auf der Anhöhe über der Fulda in Chasella, dem heutigen Kassel, vermutlich ein fränkischer Königshof, in dem für die Jahre 913, 940 und 945 Königsaufenthalte belegt sind. Kaiser Heinrich II. schenkte 1008 diese "curtis" an seine Frau Kunigunde. Im 11. Jahrhundert hielten die Grafen Werner den Hof als Reichslehen, das von diesen über die Gisonen 1137 an die thüringischen Ludowinger weitergegeben wurde. Eine genaue Charakterisierung der Anlage, ihrer Funktion und Bezeichnung (Hof, Pfalz, Curtis, Castell) ist bisher für die Zeit bis ins 12. Jahrhundert umstritten, ebenso die genaue Lage.
Das Schicksal der Burg war eng mit der Entwicklung der Stadt Kassel verbunden. Die hessischen Landgrafen bauten beide als Zentrum ihrer Herrschaft aus. Zur Zeit von Landgraf Ludwig II. (1462/1466) sicherte eine Burgmauer das Gebäude mit seinen drei Flügeln, die zum Teil aus Stein errichtet waren. Um 1500 wurden zur Fulda hin drei große Rondelle mit Gewölbekellern angelegt, darunter der sog. Rotenstein. Landgraf Wilhelm IV., Sohn von Philipp dem Großmütigen, ließ zwischen 1557 und 1562 die bestehenden Gebäude abreißen und durch ein Renaissanceschloss ersetzen.
Seit der Teilung des Landes Hessen Ende des 16. Jahrhunderts wurde Kassel zur Residenzstadt ausgebaut und auch das Schloss neuen Repräsentationszwecken angepasst.
1806 musste der hessische Landgraf Kassel verlassen und der Bruder Napoleons, Jerome, residierte als König von Westphalen im Schloss bis die Anlage 1811 in einem Großbrand zerstört wurde. Nach dem Wiener Kongress wurde Kassel wiederum Hauptstadt von Nordhessen und Wilhelm I. regierte nun als Kurfürst von Hessen-Kassel. Er ließ 1816 die Ruine abreißen und plante an ihrer Stelle eine große Schlossanlage in klassizistischem Stil, die Chattenburg. Nach seinem Tod wurden die Bauarbeiten aufgegeben und die Ruine 1870 abgerissen. Hier entstand für die preußische Verwaltung ein neues Gebäude.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Aus einem frühmittelalterlichen befestigten Hof entstand eine Burganlage, die im 15. Jahrhundert als Schloss ausgebaut wurde. Unter Philipp dem Großmütigen und Wilhelm IV., Landgrafen von Hessen wurde das Schloss erneuert und zu einer großen vierflügeligen Anlage umgebaut. 1811 zerstörte ein Brand das Schloss.
1953/54 wurden Keller und Fundamente der 1462/66 errichteten Burg bei Ausgrabungen freigelegt.
1959 wurde ein Mauerstück der hochmittelalterlichen Befestigung aufgefunden.

Burgtyp

Bautyp

Ringmauerburg

Rechtstyp

Landesburg

Funktionstyp

Residenz

Nachweise

Literatur

EBIDAT

7905

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Landgräfliches Schloss Kassel“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/7438_landgraefliches-schloss-kassel> (aufgerufen am 08.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/7438

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