Burg Waldau

Basisdaten
Gegenüber der Altstadt von Kassel lag an der Fulda eine Kemenate, die im 15. Jahrhundert zu einer Wasserburg ausgebaut wurde. Das Gebäude ist heute völlig verschwunden.
Historische Namensformen
- Kemenate zu Waldau (1484) [Zitat nach Archivregest Landgrafen-Regesten online Nr. 4654]
- das Schloss und ein Wohnhaus in Waldau (1526) [Zitat nach Archivregest HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4844]
Ortstyp
Burg
Lage
Etwa 3 km südöstlich von Kassel im Stadtteil Waldau unmittelbar nördlich der Kirche.
Kassel-Waldau, Am Fürstenhof 2-4
Geschichte
Burggeschichte
Vermutlich entstand im Hohen Mittelalter im Fuldatal gegenüber der Kasseler Altstadt eine Kemenate, deren Erbauer ebenso wie der Zeitpunkt der Errichtung unbekannt sind. Im 15. Jahrhundert wohnte hier der landgräfliche Jägermeister Henne Fleckin, der in 1463 zwei Hufen Land zu Waldau von dem Kloster Ahnaberg erhalten hatte. 1484 übergab Landgraf Wilhelm für die Dienste, die Heinz Meißner und seine Frau Anna, eine (Halb)Schwester des Landgrafen, der Mutter Landgräfin Mechthild, geleistet hatten eine Kemenate zu Waldau. Dazu gehörten das Haus, ein Garten bei der obersten Linde, einer beim Viehhaus, ein Baumgarten, dazu weitere Wiesen und Ländereien und die zu ihrer Bestellung notwendigen Dienstleistungen. Außerdem erhielt Meißner freie Holzfuhren und sonstige Baudienste zu Waldau, doch blieb das Anwesen im Besitz der Landgrafen.
1526 tauschte Landgraf Philipp von Hessen mit Ludwig Förster, Kanzler in Trier, dessen Haus auf dem Markt in Kassel gegen das Schloss und ein Wohnhaus in Waldau. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts ließ Landgraf Moritz die Anlage in eine Försterei mit Falknerei und Hundezwinger umgestalten. Während der Belagerung Kassels durch die kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg wurde das Anwesen zerstört.
Ersterwähnung
1484
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Die im Mittelalter errichtete Kemenate wurde 1486 als Burg auf landgräfliche Kosten erneuert und vermutlich als Wasserburg angelegt. 1526 wurde sie renoviert. 1615 wurde der Burggraben trockengelegt. Landgraf Moritz plante zu Beginn des 17. Jahrhunderts einen Neubau, der schon im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.
Baubeschreibung
Von der ehemaligen Burg existiert nur noch die Südmauer der Umwehrung in ihrer ganzen Länge von 26,60 m mit den beiden Ecktürmen und den dortigen Maueranschlüssen. Auf der Mauer wurde eine Försterei errichtet. Die Wassergräben sind vollständig verfüllt und eingeebnet.
Burgtyp
Bautyp
Ringmauerburg
Rechtstyp
Landesburg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Kassel Lexikon, Band 2, S. 307
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 907
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 44
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 490
- Helm, Bauprojekte des Landgrafen Moritz, in:ZHG 75/76 (1964/65), S. 185-190
EBIDAT
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Waldau“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/7437_burg-waldau> (aufgerufen am 24.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/7437
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