Burg Großentaft

Die Lage von Hirtstor im Orthofoto
Basisdaten
Erstmals wurde der Ort Großentaft, der an der alten Handelsstraße Antsanvia lag, 815 erwähnt. Wahrscheinlich wurde in der Nähe des ehemaligen "Hirtstor", das im Südosten des Ortes lag, eine Burg errichtet. Im 19. Jahrhundert waren noch Reste eines Turmes vorhanden, der aber auch Teil eines weiteren Burggeländes gewesen sein könnte. In der Literatur wird teilweise von drei befestigten Plätzen im Ort ausgegangen. Genauere Hinweise über Erbauer und Aussehen der Burg fehlen.
Weitere Namen
Burg Hirtstor
Burg Taft
Historische Namensformen
- Tafta, Ekkehard von (1257) [HStAM Best. Urk. 77 Nr. 1229]
- Taftha, Eckehardus et Hertnidus fratres dicti de (1310) [Kopiar des 15. Jahrhunderts Urkundenbuch der Herren von Hanau 1, S. 97, Nr. 96, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 216]
- Taffta, Henricus von (1396) [HStAM Best. Urk. 77 Nr. 1257]
- kemnaten und höffen zu Großentaffta (1687) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1999, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 216]
Ortstyp
Burg
Lagebezug
9,5 km nördlich von Hünfeld
Lage
Die ehemalige Burg stand am Oberlauf der Taft, einem kleinen Nebenfluss der Ulster. vermutlich lag die Burg an der Straße "Am Kemnatengarten".
Geschichte
Burggeschichte
Die ehemalige Burg stand vermutlich im unteren Teil des Ortes am Oberlauf der Taft, einem kleinen Nebenfluss der Ulster. Hier verlief die alte Handelsstraße Antsanvia, an der eine kleine Wasserburg errichtet wurde. Nördlich lag am Ortsrand auf einem Sporn die sog. Salzburg von der noch Mauerreste zeugen. Eine dritte Burg lag vermutlich am Hirtstor, wobei dies sich auch auf den Wehrkirchhof beziehen konnte. Wer die Befestigungen errichtete ist unklar. Die Herren von Taft zählten zum niederen Adel und lassen sich mit Ekkehard von Tafta erstmals 1257 in Quellen nachweisen. Sie dienten den Äbten von Fulda als Lehnsleute, unterstützen diese im Sternerkrieg und im Kampf gegen die Grafen von Henneberg. Die Familie starb wohl Anfang des 15. Jahrhunderts aus. Mit einer Kemenate in Großentaft, die Georg von Rode 1430 als Lehen erhielt, erinnert der heutige Straßenname "Am Kemnatengarten". Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wechselten die Besitzer. Die Anlage ging an die die Familie von Buttlar(1464), an die von Haune (1511) und von Tann (1550) und letztlich 1687 an die Fürstäbte von Fulda über.
Bau und Baugeschichte
Baubeschreibung
Eine genaue Lokalisierung der Wasserburg ist nicht möglich.
Burgtyp
Bautyp
Wasserburg
Rechtstyp
Ministerialensitz
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 216
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 192 f.
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 348-349
- Jäger, Das Geistliche Fürstentum Fulda in der Neuzeit, S. 385
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S.465 (unter: Taft)
- Sturm, Bau- und Kunstdenkmäler des Fuldaer Landes, Bd.2, S. 131-132
- Lübeck, Alte Ortschaften des Fuldaer Landes, Bd.1, S. 55-67
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Großentaft“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/6016_burg-grossentaft> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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