Schloss Fürsteneck

Basisdaten
Die zu einem Schloss ausgebaute Burg Fürsteneck ist eine spätmittelalterliche Burggründung der Fürstäbte von Fulda. Fuldische Lehnsleute, Burgmannen und Amtsleute saßen hier. Mehrfach verpfändete das Stift Fulda die Burg an den regionalen Adel, so an die von Buchenau, von Tann, von Holzheim und andere. Im 18. Jahrhundert ließ Fürstabt Adalbert von Schleifras die Gebäude erneuern, nachdem er die Burg für das Stift Fulda zurückgekauft hatte. Seit der Säkularisation 1803 bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage als Domäne genutzt. Seit 1952 dient das renovierte und unter weitgehender Wahrung der originalen Bausubstanz zur Heimvolkshochschule umgebaute Schloss als Fortbildungsstätte, "Akademie Burg Fürsteneck", mit Beteiligung des Landes Hessen.
Historische Namensformen
- Voͤrstenecke, in (1330) [HStAM Best. Urk. 77 Nr. 1235, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 191]
- Furstinecke, unser vesten und sloß (1364) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 470, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 191]
- sloße Forstenecke (1421) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 772, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 191]
- schloß Fursteneck (1550) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1547, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 191]
Ortstyp
Burg; Schloss
Lagebezug
12 km nördlich von Hünfeld
Lage
Auf einer Hochebene unweit von Eiterfeld gelegen.
Geschichte
Burggeschichte
Die Burg Fürsteneck wurde durch die Äbte von Fulda im 14. Jahrhundert angelegt. Sie diente der Sicherung der Nordgrenze des Stiftsbesitzes und wurde erstmals 1330 erwähnt. Ministerialen und Burgmannen der Äbte von Fulda wohnten hier. Die Anlage wurde mehrfach verpfändet, so 1364 durch Heinrich von Kranlucken, den Abt von Fulda, an die von Familie von Buchenau (Buechinouwe). Zu der Burg gehörten auch das dortige Amt und Gericht mit allen Rechten, Einkünften und allem Zubehör. Mit diesem Rechtsgeschäft entstand ein Lehnsverhältnis zwischen den Parteien.
1550 übernahm Hartmann von Boyneburg, Amtmann in Fürsteneck, die Burg von Fulda. Wiederum war ein Treuegelöbnis damit verbunden. Die baufällige Anlage sollte durch den neuen Besitzer renoviert werden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört. Unter dem Fuldaer Fürstabt Adalbert von Schleifras zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde sie erweitert und diente zeitweise als Sommersitz der Fuldaer Äbte. Im 19. Jahrhundert war die Burg staatliche Domäne.
Bau und Baugeschichte
Baubeschreibung
Die Burg ist wohl im 14. Jahrhundert errichtet worden. Zum spätmittelalterlichen Baubestand zählen Teile der Ringmauer, der Wohngebäude sowie der in die Ringmauer integrierte quadratische Bergfried. Die Hauptburg hatte einen fast quadratischen Grundriss. Um 1550 wurde sie als verfallen bezeichnet, 1708/09 durch den Fürstabt von Fulda wieder hergestellt.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Burg; Schloss
Rechtstyp
Ministerialensitz
Nachweise
Literatur
- Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 190-192
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 201
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 192
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 154
- Sturm, Bau- und Kunstdenkmäler des Fuldaer Landes, Bd.1, S. 99-101
- Lübeck, Alte Ortschaften des Fuldaer Landes, Bd.1, S. 43-44
GND-Nummer
EBIDAT
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Fürsteneck“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/5755_schloss-fuersteneck> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/5755
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