Burg Ebersburg

Basisdaten
Nahe dem Ort Poppenhausen lag auf einem 688 m hohen Bergkegel die Burg Ebersberg/Ebersburg, die vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Sie war der Stammsitz der Herren von Ebersburg, einem bedeutenden Rittergeschlecht in der Rhön. Mehrfach wurde sie in Konflikten mit den Äbten von Fulda zerstört und wieder aufgebaut. Seit dem 19. Jahrhundert gehörte sie zum Königreich Bayern, das eine Sicherung der Ruinen veranlasste und die beiden Türme befestigen ließ. Heute ist die große und weithin sichtbare Burganlage im Besitz des Landes Hessen. Die Aussichtsplatform bietet einen herrlichen Rundblick über die Rhön.
Vorbemerkung Namensformen
Ein Beleg für 1219, wie in der Literatur genannt [Knappe, Burgen in Hessen, S. 206 f. u. 267] ist nicht zu finden.
Historische Namensformen
- Burchardus de Ebersberch (1240) [Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S.137]
- Gyso de Ebbursberg (1284) [HStAM Best. Urk. 77 Nr. 9 Digitalisat]
- veste und sloßes des Ebersberge (1396) [HStAM Best. Urk. 76 Nr. 1001 Digitalisat]
- das sloß und vesten den Ebersbergk (1418) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 752 Digitalisat]
- Burgfrieden zu Ebersberg (1430) [Zitat nach Archivregest HStAM Best. Urk. 158 Nr. 1]
Ortstyp
Burg
Lagebezug
15 km südöstlich von Fulda
Lage
Etwa 3 km südöstlich von Weyhers auf einem 689 m hohen Bergkegel der Hohen Rhön.
Geschichte
Burggeschichte
Vielleicht schon um 1100 errichtete Burg, ein Beleg in den Quellen ist nicht zu finden. Die Erbauer sind nicht bekannt, doch war die Anlage seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Ritter von Ebersburg. Territoriale Konflikte mit den Äbten von Fulda führten über eine lange Zeit zu kriegerischen Auseinandersetzungen. So ließ der Fuldaer Abt Bertho II. von Leibholz die Burg als Raubritternest 1270 zerstören. Hermann von Ebersberg geriet dabei in Gefangenschaft und wurde in Fulda hingerichtet. Gegen diese Machtdemonstration verbündeten sich zahlreiche Ritter des regionalen Adels, ermordeten den fuldischen Abt, wodurch die Kampfhandlungen weiter andauerten. Erst 1395/96 gelang eine Aussöhnung mit Fulda und die Ebersburg wurde wieder aufgebaut. Die Burg lag nun in Händen einer Ganerbengemeinschaft, die die Lehnshoheit des Abtes in Fulda anerkannte. In mehreren Burgfriedensverträgen wird diese Gemeinschaft aus den Ebersburger, den Herren von Steinau, genannt Steinrück und einem Nebenzweig in Weyers genannt. Besonders bedeutsam ist der Burgfriede von 1430. Er regelt wie die acht Ganerbenfamilien die Burg unterhalten sollen, wie sie bewohnt und im Kriegsfall geschützt werden kann. Sie diente wohl als eine Art gemeinschaftlicher Rückzugsort. 1446 wird erstmals eine Kapelle in der Burg erwähnt.
Vermutlich wurde die Anlage seit der Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr genutzt und verfiel, da die Familie von Ebersberg ihren Wohnsitz nach Gersfeld verlegte. 1777 wurde die Burg an das Fürstabtei Fulda verkauft und kam 1803 an das Königreich Bayern. Die Bauern der Umgebung nutzen die Anlage intensiv als Steinbruch bis 1854 das Königreich Bayern die Ruine durch Baumaßnahmen absichert.
Heute ist sie im Besitz des Bundeslandes Hessen und wird vom Forstamt Hofbieber Hessenforst genutzt.
Ersterwähnung
1100/1271
Letzterwähnung
1560
Bau und Baugeschichte
Baubeschreibung
Von der mehreckigen Kernburg sind große Teile der Umfassungsmauern erhalten. An der südlichen Seite steht ein Bergfried mit quadratischen Unterteil aus staufischer Zeit und rundem Oberbau aus dem 14. Jahrhundert. Der runde Turm an der Nordseite der Anlage sowie die Vorburg stammen ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Von dieser sind nur wenige Mauer- und Wallgrabenreste erhalten.
Burgtyp
Bautyp
Höhenburg
Rechtstyp
Stammsitz; Ganerbenburg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 187
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 206 f. u. 267 (Abb.)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 100 (Ebersberg)
- Handbuch der Historischen Stätten Hessen, S. 98
- Jäger, Das Geistliche Fürstentum Fulda in der Neuzeit, S. 409-411
- Schlösser, Burgen, alte Mauern, S. 87-88
- Rudolph /Hilfenhaus, Die Kontinuität des Unsteten - die Ruine Ebersburg (Rhön) zwischen Ruinierung und Wiederherstellung. In: Fuldaer Geschichtsblätter, Nr. 82, 2006, S. 5-54
- Sturm, Bau- und Kunstdenkmäler des Fuldaer Landes, Bd.1, S. 176-180
- Wagner, Die Ruine der Ebersburg. In: Fuldaer Geschichtsblätter, Nr. 33, 1957, S. 46-51, S. 52-54, S. 109-115
- Wagner, Die Ebersburg. In: Fuldaer Geschichtsblätter, Nr. 41, 1965, S. 70-74
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
Personen
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Ebersburg“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/5549_burg-ebersburg> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/5549
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