Burg Alt-Mackenzell

Die Lage von Alt-Mackenzell im Orthofoto
Basisdaten
Der Standort der älteren Burg der Herren von Mackenzell wird auf der "Olmet", nahe der Herrenmühle vermutet. Sie wurde wohl im 13. Jahrhundert durch die Äbte von Fulda zerstört. Im Ort wurde im 13. Jahrhundert eine Wasserburg errichtet, die im 16. und 17. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut wurde.
Weitere Namen
Olmet
Vorbemerkung Namensformen
s. auch Schloss Mackenzell
Historische Namensformen
- Macgencello, de (1146) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 2336 Druck: Wenck, Hessische Landesgeschichte 3 Urkundenbuch S. 68, Nr. 68; vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 347]
- Maggencello, de (1166) [HStAM Best. 77 Nr. 265; Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 347]
Ortstyp
Burg
Lagebezug
2 km südöstlich von Hünfeld
Lage
Westlich des alten Dorfkerns von Mackenzell in Niederungslage unweit des Flusses Nüst wird die ursprüngliche Burg Mackenzell vermutet, auf der "Olmet" (Olmet" (= Almet, Auf der Allmuth), einem leichten Sporn in der Nähe der Herrenmühle.
Geschichte
Burggeschichte
Erstmals wurden Ritter von Mackenzell (de Macgensello) um 1146/ 1170 erwähnt. Sie gehörten zu dem alten buchonischen Adel der Rhön und dienten den Äbten von Fulda als Ministerialen. Nahe Mackenzell errichteten sie eine Burg, über deren Aussehen wenig bekannt ist. Von 1271-1273 war Bertho III. von Mackenzell Fürstabt von Fulda. Von seinem Nachfolger wurde 1276 diese Burg durch den Abt von Fulda, Bertho IV. von Bimbach, zerstört. Die Burgruinen wechselten in der Folgezeit mehrfach den Besitzer, gingen an die von Bimbach und von Schenkenwald, später an die von Buchenau über. Die Familie von Mackenzell starb 1349 aus.
Ersterwähnung
1146
Letzterwähnung
1276
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Über Lage, Aussehen und Bauherren besteht Unklarheit.
bzw. es sind verschiedene Theorien hierzu zu finden. Die Existenz einer Burg vor diesem Datum ist von daher sehr wahrscheinlich, da die Ersterwähnung des Adelsgeschlechts von Mackenzell bereits aus dem Jahr 1146 stammt. Als alternativer Standort einer solchen frühen Burg steht ein in ca. 250 m Entfernung im Südwesten gelegener, leichter Geländesporn in der Diskussion, die sogenannte Olmet.
Während ab 1253 der noch heute gültige Umriss der Anlage bestand, ist über die zeitgleiche Innenbebauung nichts Genaues bekannt. Bereits 1276 wird die Burg in Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen dem ortsansässigen Adel und der Abtei Fulda von den Truppen von Fürstabt Bertho IV. von Bimbach eingenommen und (zumindest teilweise) zerstört.
Baumaßnahmen unter Fürstabt Johann III. von Henneberg-Schleusingen (amtierte 1521/29-1541) führten zu dem bis heute bestehenden Grundriss der Anlage. Aus dieser Zeit (1535) stammt auch ein Wappenstein am vom Hauptgebäude vorspringendem Treppenhaus/-turm.
Fürstabt Johann Friedrich von Schwalbach verfügte 1602-1622 Umbaumaßnahmen zu einem Gebäude mit schlossartigem Charakter.
Vor 1923 hatte sowohl das Haupt- wie auch das Nebenhaus eine (3.) Etage mehr, wie ältere Fotos, Postkarten und Bilder belegen. Diese sollen bei einem Brand um 1880 beschädigt und daraufhin abgetragen worden sein. Weitere einschneidende Umbaumaßnahmen erfolgten nach dem Übergang in Privatbesitz 1962 und dem Umbau zum Hotel 1967/68. Dabei entstanden auch die heute bestehenden Fachwerketagen über den massiv in Stein ausgeführten Erdgeschossen. (Thorsten Sonnemann)
Burgtyp
Bautyp
Wasserburg
Rechtstyp
Ministerialensitz; Ganerbenburg
Funktionstyp
Adelssitz; Amtssitz
Nachweise
Literatur
- Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 347
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 602
- Kulturdenkmäler in Hessen, Landkreis Fulda II ; Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal, Rasdorf, S. 321-326
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 197
- Schlösser, Burgen, alte Mauern, S. 192
- Handbuch der Historischen Stätten Hessen, S. 313
- Hofemann, Entwicklung des Territoriums der Reichsabtei Fulda, S. 130-132
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 315
- Sturm, Bau- und Kunstdenkmäler des Fuldaer Landes, Bd.2, S. 240
- Weber, Die Geschichte des Kreises Hünfeld, S. 59-61, 68-69 u. 91-93
- Lübeck, Alte Ortschaften des Fuldaer Landes, Bd.1, S. 139-152
EBIDAT
8123
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Alt-Mackenzell“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/5251_burg-alt-mackenzell> (aufgerufen am 05.05.2026)
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