Schloss Karlshof

Bau / Ersterwähnung 1701  
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Gemarkung
Wabern
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Basisdaten

Schloss Karlshof befindet sich am nordwestlichen Ortsrand von Wabern auf einer ehemals sumpfigen Ebene zwischen Fulda und Schwalm. Die Anlage wurde im Zeitraum von 1701 bis 1704 im Auftrag Landgraf Karls von Hessen-Kassel als Jagdschloss errichtet und in der Folgezeit mehrfach um- und ausgebaut. Bei Schloss Karlshof handelt es sich um eine barocke Hofanlage mit dreigeschossigem Hauptbau und zugehörigem Park. Schlossanlage und -park sind erhalten, entsprechen allerdings nicht mehr dem ursprünglichen Bauzustand.

Weitere Namen

Jagdschloss Wabern
Schloss Wabern

Ortstyp

Schloss

Lagebezug

9 km nordnordwestlich von Homberg (Efze) gelegen

Lage

Schloss Karlshof befindet sich am nordwestlichen Ortsrand von Wabern (Kurfürstenstraße 26), auf einer ehemals sumpfigen Ebene zwischen Fulda und Schwalm.

Geschichte

Burggeschichte

Im Jahr 1755 ist der französische Philosoph Voltaire auf Einladung von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel zu Gast auf Schloss Karlshof. Zwischen 1763 und 1785 weilte Landgraf Friedrich II. jeden Sommer für zwei Monate mit seinem gesamten Hofstaat in Wabern. Am 16. September 1779 hält sich Johann Wolfgang von Goethe in Karlshof auf.

Ersterwähnung

1701

Besitzgeschichte

Von 1701 bis 1866 befindet sich Schloss Karlshof in landgräflich-kasselschem bzw. kurfürstlich-hessischem Besitz. Nach der Niederlage Kurhessens im Deutschen Krieg 1866 kommt die Schlossanlage an Preußen.

Funktion

Ursprünglich als Jagdschloss der Landgrafen von Hessen-Kassel bzw. Kurfürsten von Hessen zur Beizjagd vor allem von Reihern genutzt, diente Schloss Karlshof im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 als preußisches Lazarett und seit 1885 als Erziehungsheim für Jungen (Landeserziehungsheim). Von 1936 bis 1938 war die Schlossanlage zeitweilig Sammellager für deportierte Juden und Konzentrationshäftlinge. Heute beherbergt das Schloss das Sozialpädagogische Zentrum des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Die Schlossanlage wurde im Zeitraum von 1701 bis 1704 im Auftrag Landgraf Karls durch den Hofbaumeister Johann Conrad Gisler erbaut. Dabei wurde die sumpfige Ebene zwischen Eder und Schwalm, auf der das Schloss errichtet wurde, trockengelegt und mit Holzpfählen versehen. Um 1770 erfolgte eine Erweiterung von Schloss Karlshof unter der Leitung Simon Louis du Rys. Als Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel 1785 starb, blieb Schloss Karlshof über einen längeren Zeitraum ungenutzt und verfiel dadurch allmählich. Im Jahr 1828 wurde der Schlossbau samt Parkanlage auf Veranlassung Kurfürst Wilhelms II. einer umfassenden Renovierung unterzogen. In diesem Zuge wurde eine Sammlung von 500 Ölgemälden und 1200 Kupferstichen, die sich zum Großteil aus Werken der Malerfamilie Tischbein zusammensetzte, nach Schloss Karlshof verbracht. 1885-87 wurden Umbauarbeiten durchgeführt. 1962 tiefgreifende Umgestaltungen im Inneren.

Baubeschreibung

Bei Schloss Karlshof handelt es sich um eine U-förmige Hofanlage, an den sich in östlicher Richtung der zugehörige Park anschließt. Das Zentrum des Schlosses bildet der dreigeschossige Hauptbau mit Haubendachreiter und Mittelrisalit, der hofseitig mit einem Zwerchgiebel versehen ist (1701-1704). Parkseitig wurde der obere Abschluss des Hauptbaus im Jahr 1827 durch ein breites Zwerchhaus samt Dreiecksgiebel und vorgelagertem Balkon erweitert. Im Innern des Hauptbaus blieb als Folge einer 1962 umfassend durchgeführten Umgestaltung einzig der zweigeschossige Festsaal aus dem Jahr 1704/05 erhalten. An seiner Nord- und Südseite ist der Hauptbau durch Galerien mit den um 1770 errichteten, 1885-87 veränderten und 1913-15 modernisierten Pavillonbauten samt Pseudomansarddächern verbunden. Die nach 1704 errichtete Orangerie, welche später auch als Marstall diente, liegt im östlich anschließenden Park. Bei besagter ehemaliger Orangerie handelt es sich um einen einstöckigen Bau, verziert mit Blendarkaden zwischen den Pilastern, dem Segmentgiebel und dem Pseudomansarddach.

Erhaltungszustand

Die heutige Parkanlage entspricht nicht mehr der ursprünglichen Gestaltungsform des 18. Jahrhunderts. Auch das Innere des Hauptbaus entspricht aufgrund dessen früherer wie heutiger Nutzung nicht mehr dem ursprünglichen Bauzustand.

Burgtyp

Bautyp

Schloss

Funktionstyp

Jagdschloss; Sommerresidenz

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schloss Karlshof“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/4457_schloss-karlshof> (aufgerufen am 09.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/4457

Indizes

Weitere Personen