Burg am Hahn

Basisdaten
Die Burg lag sich auf einem steilen Bergkegel, dem Hahn, nördlich von Holzhausen. Errichtet wurde die Burganlage vor dem Jahr 1121 durch Graf Werner IV. von Maden. Zwischen 1121 und 1137 befand sich die Anlage im Besitz des Erzstiftes Mainz und war später an einen Zweig der Familie Hund, die von Holzhausen, verlehnt. 1294 wurde die Burg vermutlich während des hessisch-mainzischen Konfliktes zerstört. Wahrscheinlich entsprach die Burg am Hahn dem Bautypus einer Turmburg. Veränderungen im Gelände stellen heute die letzten erkennbaren Relikte der Anlage dar.
Ortstyp
Burg
Bezeichnung der Siedlung
- castrum (1137) [MzUB I, Nr. 0616]
- castrum (1294)
- verfallen (1346)
- Haus (1380)
- Gehölz (1575/85)
Lagebezug
21 km nordnordwestlich von Homberg (Efze) gelegen
Lage
Auf einem teilweise bewaldeten, steilen Bergkegel (Hahn) befinden sich nördlich der Siedlung Holzhausen am Hahn geringe Reste einer kleinen wüsten Befestigungsanlage.
Geschichte
Ersterwähnung
1137
Laufzeit
vor 1121–1294
Besitzgeschichte
Von 1111 bis 1137 erwirbt Erzbischof Adalbert I. von Mainz für seine Kirche auch die Burg Holzhausen von Graf Werner IV. von Maden. Gegen Ende des 12. Jahrhundert sind die von Holzhausen, ein Zweig der Familie Hund, von Mainz mit Holzhausen und der Burg am Hahn belehnt. Nachdem Aussterben der Familie von Holzhausen gelangt deren Besitz, so wohl auch die zu diesem Zeitpunkt verfallene zweite Burg 1430 an die Landgrafen von Hessen.
Abgang
Landau zufolge wurde die Burg bereits 1294 zerstört. Bis 1346 wurden vermutlich auch die letzten Rest dieser Burg entfernt. 1380 wird ein kleinerer Nachfolgebau erwähnt. Dieser wird bereits 1430 als verfallen bezeichnet.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Die Burg wurde vor 1121 durch Graf Werner IV. von Maden errichtet. Ausweislich der Archäologischen Finde scheint es einen karolingischen Vorgängerbau gegeben haben. Vor 1380 wurde ein kleinerer Nachfolgebau errichtet, der jedoch bereits 1430 wieder verfallen war.
Baubeschreibung
Bei der Anlage handelte es sich vermutlich um eine turmburgartige Anlage.
Erhaltungszustand
Das Gelände ist heute durch einen Steinbruch weitgehend zerstört. 1836 waren noch Grabenreste erkennbar. Bei Ausgrabungen konnten Reste eines Kellerraums gefunden werden.
Grabungen und Funde
Nahe des Standorts wurden bei Ausgrabungsarbeiten spätkarolingerzeitliche Keramikfunde (8. - 10. Jahrhundert) gemacht.
Burgtyp
Bautyp
Höhenburg; Gipfelburg; Turmburg
Rechtstyp
Lehnsburg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 146
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 92
- Landau, Wüste Ortschaften, S. 161
- Landau, Ritterburgen, Teil 4, S. 198-199
- Dänner, Zur Vorgeschichte des Landes zwischen Diemel und Weser, in: Kreis Hofgeismar (Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III), S. 24
- Fundberichte aus Hessen 7 (1967), S. 188.
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
Personen
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg am Hahn“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/4426_burg-am-hahn> (aufgerufen am 14.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/4426
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