Herrenhaus Werleshausen
Basisdaten
Der Ort war seit dem 9. Jahrhundert im Besitz des Klosters Fulda. Nahe der Werra wird Ende des 12. Jahrhunderts eine Burg angelegt. Ab dem 14. Jahrhundert baut die Familie von Hanstein die Anlage aus, nicht zu verwechseln mit der Burgruine Hanstein bei Bornhagen im thüringischen Landkreis Eichsfeld.
Nach einem Brand 154o wird auf den alten Fundamenten das heutige Schloss in Werleshausen im Renaissance-Stil errichtet. Heute gilt es als Wahrzeichen des Ortes; der landwirtschaftliche Betrieb ist verpachtet.
Weitere Namen
Rittergut
Schloss
Historische Namensformen
- Weroldeshausen und dem Gute (1357) [Schreibweise nach Regest Urkundliche Geschichte des Geschlechts der von Hanstein in dem Eichsfeld in Preußen (Provinz Sachsen), nebst Urkundenbuch, Bd. 1, Urkundenbuch S. 21, Nr. 121]
Ortstyp
Herrenhaus
Lagebezug
5 km südöstlich von Witzenhausen gelegen
Lage
Werleshausen, Am Rasen 19 rund 150 m von der Werra entfernt
Geschichte
Burggeschichte
Die Burg wurde im 13. Jahrhundert von unbekannten Erbauern errichtet. Seit dem 14. Jahrhundert hat die Familie von Hanstein Besitz im Ort Werleshausen und hat vermutlich die Burganlage ab 1308 weiter befestigt. Die ältesten Gebäudeteile, Rundturm und Keller, stamen schon aus dem 13. Jahrhundert.
In dem Fuldischen Lehnsbrief vom 30. November 1357 werden die Brüder Tilo und Heinrich von Hanstein mit dem Dorf zu Wediroldishusen (Werleshausen) einschließlich deren Nutzen und Rechte und dem Gute, das sie zuvor von Conrad und Friedrich v. Worbez (Worbis) erkauft haben, belehnt.
Die Familie von Hanstein vergrößerte ständig ihren Besitz im Ort, um die Werra zu kontrollieren, die für die Fischerei und als bedeutender Handelsweg besonders für Salz wichtig war. Sie waren Lehnsleute des Erzbischofs von Mainz und befestigten ihre Anlagen im Ort, der ihnen ab 1355 insgesamt gehörte. 1364 werden ein Vorwerk und ein Vorwerkshof genannt, aus denen sich das bis heute bestehende Herrenhaus entwickelte.
Bei einem Brand in 1540 wurden die oberen Teile der Burg vernichtet, nur die Sandsteinmauern des Hauses und der Turm blieben erhalten. Die Hausherren begannen ab 1556 mit einem Schlossneubau auf den Resten der alten Gebäude im Stil der Renaissance; im Wappen über dem Eingangsportal findet sich die Jahreszahl 1565.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Herrenhaus zerstört, anschließend im Stil der Spätrenaissance wieder aufgebaut.
Im 19. Jahrhundert übernahm die Familie von Christen das Anwesen. Seit 1937 ist der landwirtschaftliche Betrieb verpachtet, das Schloss weiter in Privatbesitz.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Der älteste Teil der Anlage ist der Rundturm aus dem Ende des 12. Jahrhunderts, ebenso wie der Keller mit seinen meterdicken Mauern. Vermutlich hat die Familie von Hanstein knapp 50 Jahre später die befestigte Anlage zur Kontrolle dieses Bereiches des Werratales, ausgebaut.
Im Jahr 1540 kommt es zu einem Brand, der die oberen Teile des Hauses vollständig vernichtete. Das heute bestehende zweigeschossige Oberteil ist dann 1556 auf den Resten des alten Gebäudes im Stil der Renaissance (2 Ecktürmchen und ein Erker) neu errichtet worden.
Zum Rittergut zählen das Herrenhaus von 1556 und mehrere rechtwinklig dazu stehende Nebengebäude. Zur Ausgestaltung der Schlossanlage gehören das Renaissanceportal am Turm mit Allianzwappen, zwei Fachwerkobergeschosse des Haupthauses und ein mit einer barocken Haube gekrönter Treppenturm.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Niederungsburg; Schloss
Rechtstyp
Lehnsburg; Domäne
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 940
- Peer Zietz, Werra-Meißner-Kreis III: Altkreis Witzenhausen (Kulturdenkmäler in Hessen; Denkmaltopgraphie Bundesrepublik Deutschland), S. 691
- Historisches Ortslexikon des Landes Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Heft 1, Kreis Witzenhausen, bearb. von Waldemar Küther, Marburg 1973, S. 147
- Lücke, Burgen der unteren Werra 2, S. 53-56
- Carl Philipp Emil von Hanstein: Urkundliche Geschichte des Geschlechts der von Hanstein in dem Eichsfeld in Preußen (Provinz Sachsen) nebst Urkundenbuch und Geschlechts-Tafeln, Reprint (Original von 1856/1857)
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Topografische Karten
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Herrenhaus Werleshausen“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15430_herrenhaus-werleshausen> (aufgerufen am 28.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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