Schloss Lüderbach
Basisdaten
Das heutige Schloss Lüderbach steht auf dem Boden einer ehemaligen Burg der Treusch von Buttlar. Schon um 1560 wurde die mittelalterliche Burg völlig umgestaltet, dann durch die neuen Besitzer im 17./18. Jahrhundert in ein Schloss umgebaut. Zum Rittergut gehört auch eine Mausoleumspyramide auf einem Hügel östlich außerhalb des Dorfes. Sie wurde nach dreijähriger Bauzeit 1779 fertig gestellt. Heute ist das Gut in Privatbesitz. Nach einem Brand im Jahre 1974 wurde das Schloss renoviert.
Weitere Namen
Schloss der Herren von Capellan
Rittergut
Historische Namensformen
- Vorwerk im Dorf und in der Feldmark zu Lüderbach (1572) [HStAM Bestand Urk. 14 Nr. 3515]
- Luderbach (1585) [Der ökonomische Staat, S. 91]
- Rittergut zu Lüderbach (1620) [HStAM Bestand 17 c Nr. 387]
- Gut und Rittersitz zu Lüderbach (1619) [HStAM Bestand Urk. 133 Nr. 92]
- Luderbach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 13]
Ortstyp
Schloss
Lagebezug
13,5 südsüdwestlich von Eschwege gelegen
Lage
Das Schloss liegt in Lüderbach, Altefelder Straße 2, am westlichen Ortsrand etwa 2 km von der thüringischen Landesgrenze entfernt im südöstlichen Gebiet der Gemeinde Ringgau.
Geschichte
Burggeschichte
Über die Entstehungszeit der Burg in Lüderbach, die die Treusch von Buttlar errichtet hatten, gibt es keine eindeutigen Angaben. Einerseits wird vermutet, dass zwischen 1329 und 1445 eine Burg in Lüderbach gebaut wurde, andererseits erhielten die Treusch von Buttlar erst nach 1445 die Güter des Augustinerklosters Eschwege im Ort als Lehen, was für eine spätere Bauzeit spricht.
Um 1560 wurde der Kern des heutigen Schlosses durch die von Buttlar auf den Resten der alten Burg als Herrensitz angelegt. 1619 verkauften die von Buttlars ihr Rittergut an Reinhard und Heinrich Ludwig Scheffer, Fürstlicher hessischer Kanzler bzw. Kammermeister, am Hof in Kassel. Sie holten dazu die Genehmigung von Herzog Johann Ernst zu Sachsen ebenso ein, wie die des Landgrafen Moritz von Hessen.
Die Tochter von Johann Scheffer heiratete 1627 den Oberhofmarschall Wilhelm von Capellan und Brachte die Burg mit in die Ehe ein. Nach dem Besitzwechsel gestalten die von Cappellan das Gebäude 1652 bis 1660 um, fügten den Mittelteil des heutigen Schlosses mit einem Vorbau hinzu. 1732 wurde die Schlossanlage erneut erweitert. Nach dem Aussterben der Familie von Cappellan fiel 1776 das Anwesen als Lehen an die Landgrafen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld. Nach dem ersten Weltkrieg verkauften diese den Gutsbetrieb und das Herrenhaus an Privat.
Ersterwähnung
1560
Besitzgeschichte
1445 Treusch von Buttlar
1619 Brüder Scheffer
1627 von Capellan
1776 Landgrafen von Hessen-Philippsthal-Barchfeld
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Um 1600 bestand der Gutshof aus einem zweigeschossigen massiven Steingebäude mit Walmdach, an das sich nach Süden ein runder Treppenturm, ein Fachwerkgebäude mit Steinsockel, eine Toreinfahrt und abschließend ein Wirtschaftsgebäude anschlossen. Die Familie von Cappelle baute die Anlage zu einem Schloss mit Mausoleum um. Die Grabpyramide besteht aus Bruchstein, ist bis in ca. drei Metern Höhe quadratisch angelegt. Darauf steht eine etwa fünf Meter hohe spitz zulaufenden Pyramide, die von einem Sockel mit Kugel bekrönt ist.
Baubeschreibung
Der Nordteil des heutigen Schlosses stammt aus der Zeit um 1560, der Mittelteil mit dem Vorbau aus den Jahren 1652 bis 1660. In den rechteckigen Vorbau wurde der ursprüngliche runde Treppenturm integriert. Ein seitliches Portal trägt die Jahreszahl 1652.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Herrenhaus
Rechtstyp
Lehnsburg; Ministerialensitz
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 598
- Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei S. 295
- Sascha Winter, Herrenhäuser in Nordhessen: Das Schloss in Lüderbach, in: (K) Kulturmagazin, 2003, Heft 92, S. 28 f
- Der Brandenfels, S. 166
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 312
- Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis 1, S. 314-318
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Lüderbach“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15429_schloss-luederbach> (aufgerufen am 03.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/15429