Gut Boyneburg Wichmannshausen
Basisdaten
Gut Boyneburg gehört zu den zahlreichen Adelssitzen, die die Familie von Boyneburg nach dem Auszug aus der Stammburg in ihrer Nähe errichteten. Das Gut (oder Vorwerk) war bis weit in das 20. Jahrhundert unter dem Namen Datterpfeife bekannt und wurde seit dem 19. Jahrhundert als Wohnsitz von der Familie genutzt.
Weitere Namen
Gut Datterpfeife
Historische Namensformen
- Hof und das Vorwerk in der Wüstung Datterpfeife (1460) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 108 Nr. 03]
- Toderpieffe (1471) [Schreibweise nach Reimer HStAM Bestand Urk. 14 Nr. 2651]
Ortstyp
Herrenhaus
Lagebezug
10,5 km südsüdwestlich von Eschwege gelegen
Lage
zwei Kilometer außerhalb des Ortes Wichmannshausen in südöstlicher Richtung unterhalb der Ruine Boyneburg auf 339 m ü. NN Höhe.
Geschichte
Burggeschichte
Die verschiedenen Zweige der Familie von Boyneburg, Lehnsleute der hessischen Landgrafen, verließen Ende des 15. Jahrhunderts ihre Stammburg, Burg Boyneburg und errichteten mehrere Adelssitze. Das Gut liegt in der Gemarkung Wichmannshausen unterhalb der Boyneburg am Fuß des Berges. Rund 150 m weiter südlich liegt das sog. Alte Schloss Boyneburgk. Zwischen Gutshof und Schloss entspringt der Bach „Datterpfeife“, der dem Gut den Namen gab. Er fließt zunächst in einen kleinen Teich, nimmt weitere Bäche auf und mündet hinter dem Ort in die Sontra. Das Gut wurde durch den sogenannte Stamm „Wichmannshausen“ der Familie von Boyneburg begründet. Dieser Familienteil gehörte mit dem Stamm „Stedtfeld“ zur sogenannten „weißen Fahne“ (nach ihrem silber-schwarz geviertelten Wappen), deren Linien oft auch nur „die Weißen“ genannt wurden und die auch mit der Namensform „Boyneburgk“ anzutreffen sind. Sie werden 1460 als Lehnsinhaber des Guts Datterpfeife im Jahre 1460 genannt im Vertrag der Boyneburger mit Landgraf Ludwig II. von Hessen. Für 1471 wird der Stamm „Boyneburg-Honstein“ als Lehnsinhaber des Hofs an der „Toderpieffe“ genannt. Dieser Familienzweig stirbt 1792 aus, ebenso 1803 der Zweig Boyneburg-Bischhausen und Laudenbach. 1803 werden das Hofgut in Wichmannshausen und das Alte Boyneburger Schloss hessische Staatsdomäne, das ehemalige Vorwerk Datterpfeife bleibt boyneburgischer Besitz. Die Familie lebt seit dieser Zeit auf dem Gut Boyneburgk.
Ersterwähnung
1460
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Das Herrenhaus wurde im 19. Jahrhundert im Stile des Historismus umgestaltet mit neogotischen Bauelementen. Zum Anwesen gehören eine große parkähnliche Gartenanlage und Wirtschaftsgebäude.
Baubeschreibung
Nach H. Reimer besaß das Gut um 1600 neben dem Wohnhaus auch einen Turm, der auf einer Karte der Gerichte Boyneburg und Eschwege verzeichnet war.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Herrenhaus
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gut Boyneburg Wichmannshausen“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15382_gut-boyneburg-wichmannshausen> (aufgerufen am 31.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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