Schwertzellscher Hof Neustadt

Basisdaten
Der Schwertzellsche Hof liegt am südlichen Rand der Altstadt von Neustadt, unweit der katholischen Pfarrkirche. Die 1546 im Auftrag Reinhard Schencks von Schweinsberg als Wohnsitz anstelle eines Burgmannensitzes errichtete Hofanlage gelangte im Jahr 1606 an die Familie von Schwertzell zu Willingshausen, deren Angehörige bis 1891 Eigentümer des Gebäudekomplexes waren. Beim Schwertzellschen Hof handelt es sich um einen stattlichen Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach auf steinernem Erdgeschoss.
Ortstyp
Adelshof
Bezeichnung der Siedlung
- Behausung und Burgsitz (1604)
Lagebezug
25 km ostnordöstlich von Marburg gelegen
Lage
Der Schwertzellsche Hof befindet sich unmittelbar südlich der katholischen Pfarrkirche in Neustadt (Ritterstraße 8).
Geschichte
Laufzeit
1545/46–
Besitzgeschichte
Seit 1545 befand sich der Burgmannensitz im Besitz der Familie Reinhard Schencks von Schweinsberg. Im Jahr 1604/06 erwerben die von Schwertzell aus Willingshausen den Burgmannensitz und bleiben bis 1891 Inhaber des Gebäudes, bis es an Vinzentinerinnen veräußert und als Schwesternhaus genutzt wird.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Erbaut wurde die Anlage 1546 für Reinhard Schenck von Schweinsberg, Burgmann zu Neustadt. 1604 kommt der Hof dann in den Besitz der Familie von Schwertzel. Erfolgte 1812 eine Umgestaltung, die vor allem das Erdgeschoss betraf, kam es 1891 zum Umbau des gesamten Hofes in ein Schwesternhaus.
Baubeschreibung
Es handelt es sich um einen großvolumigen Fachwerkbau mit hoher Giebelfront und Krüppelwalmdach auf steinernem Erdgeschoss, den Grundmauern des früheren Burgmannensitzes. Versehen ist das massive Erdgeschoss mit einem Inschriftstein: "HAEC DOMUS AUXILIANTE DEO FULTA...EST GENEROSI CONSILIO DUCTUQUE BONO SUMPTUQUE REINHARDI SCHENCKENII...INSTITUIT PRIMUMQUAM CONDERE MILLE ANNIS QUINGENTISQUE ACTIS QUADRAGINTA QUINQUE" (Dies Haus, durch Gottes Hilfe gestützt, ist (gebaut) mit Rat, guter Anleitung und auf Kosten des edelgesinnten Reinhard Schenck, der den Grundstein legen ließ, bald nachdem 1545 Jahre vergangen waren). Das nordwestliche Giebeldreieck ist mit einer stattlichen Mannfigur aus gebogenen Streben und Viertelkreisen verziert. An der nach Westen gerichteten Ecke befindet sich eine Erkerkonsole der Frührenaissance aus Buntsandstein, die über reichen Kopf- und Wappenschmuck sowie Bandverzierungen verfügt. Der zur Konsole gehörige Erker wurde wahrscheinlich im Zuge der 1812 getätigten Umbauarbeiten entfernt.
Burgtyp
Bautyp
Adelshof
Funktionstyp
Herrensitz
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
- Urkataster+
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schwertzellscher Hof Neustadt“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15331_schwertzellscher-hof-neustadt> (aufgerufen am 15.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/15331
Indizes




