Schloss Wilhelmshöhe

Basisdaten
Das Schloss Wilhelmshöhe wurde an der Stelle des ehemaligen Augustiner Chorfrauenstift Weißenstein im 18. Jahrhundert errichtet. Um 1790 bezogen der Landgraf und seine Familie das Schloss, errichtet durch die Architekten Simon Louis du Ry und Heinrich Christoph Jussow. Das Schloss gilt heute als Beispiel für eine Palastanlage des späten 18. Jahrhunderts im Übergang vom Spätbarock zum Klassizismus. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss bei den Luftangriffen auf Kassel schwer zerstört. Es ist seit 1946 im Besitz des Landes Hessen und dient seit dem Wiederaufbau als Gemäldegalerie.
Historische Namensformen
- Kassel-Wilhelmshöhe (1751/1800) [HStAM Best. Architekturzeichnungen Nr. 20943340]
- Schloß (1780-1800) [HStAM Best. Karten P II Nr. 11645]
Ortstyp
Schloss
Lage
Das Schloss steht im Gebiet des Kasseler Stadtteils Bad Wilhelmshöhe im unteren Teil des Bergparks Wilhelmshöhe auf 285 m Höhe.
Geschichte
Burggeschichte
Auf dem Gelände des ehemaligen Augustinerinnen-Stiftes Weißenstein ließ Landgraf Moritz von Hessen 1606 bis 1610 an gleicher Stelle ein neues Jagdschloss erbauen. Die Klostergebäude wurden abgerissen. Ende des 18. Jahrhunderts gab der hessische Landgraf eine neue repräsentative Schlossanlage in Auftrag. Nach Entwürfen der Architekten Simon Louis du Ry und Heinrich Christoph Jussow entstand 1786–1798 unter Landgraf Wilhelm IX., dem späteren Kurfürst Wilhelm I. das heutige Schloss.
Während der napoleonischen Besatzung von 1806 bis 1813 diente die Anlage dem König von Westphalen, Jérôme Bonaparte, als Regierungssitz, nachdem das Kasseler Stadtschloss abgebrannt war. Nach der Rückkehr von Kurfürst Wilhelm nach dem Wiener Kongress 1815 ließ dieser das Schloss weiter ausbauen. 1866 fiel Kassel an die preußische Herrschaft. Die deutsche Kaiserfamilie nutzte das Schloss von 1891 bis 1918 regelmäßig als Sommerresidenz.
Im Zweiten Weltkrieg wurde durch die Bombardierung im Februar 1945 die Wilhelmshöhe stark beschädigt. Das Land Hessen ließ seitdem die Gebäude restaurieren und als Museum einrichten.
Bau und Baugeschichte
Baubeschreibung
Das Schloss Wilhelmshöhe im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel wird heute als Museum genutzt. Es steht im unteren Teil des Bergparks und bildet mit dem Herkulesmonument auf der Höhe eine Sichtachse.
Das heutige Schloss entstand 1786–1798 nach Entwürfen der Architekten Simon Louis du Ry und Heinrich Christoph Jussow unter Landgraf Wilhelm IX., dem späteren Kurfürst Wilhelm I..
Im 19. Jahrhundert wurden die drei ehemals freistehenden klassizistischen Gebäudeteile durch eingeschossige Bauten verbunden und aufgestockt.
Burgtyp
Bautyp
Schloss
Rechtstyp
Residenz
Funktionstyp
Adelssitz; Amtssitz; Schloss
Nachweise
Literatur
- Kassel Lexikon, Band 2,192-195
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 489-493
- Becker, Karkosch, Park Wilhelmshöhe, Parkpflegewerk
- Modrow, Gröschel, Fürstliches Vergnügen, 400 Jahre Gartenkultur in Hessen
- Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei
GND-Nummer
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Wilhelmshöhe“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15300_schloss-wilhelmshoehe> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/15300