Orangerieschloss Kassel

Basisdaten
Die Gartenanlage zwischen den beiden Fuldaarmen in der Karlsaue gehört zu den ältesten Parkanlagen Deutschlands. Seit dem 16. Jahrhundert ließen die hessischen Landgrafen hier exotische Blumen, Sträucher und Bäume anpflanzen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließ Landgraf Carl hier ein barockes Schlossensemble anlegen, das im Sommer auch als Wohnsitz der landgräflichen Familie diente. Zur Anlage gehören auch ein östlicher Küchenpavillon und das westliche Marmorbad.
In der napoleonischen Zeit nutzte König Jerome die Orangerie als Magazin und Lazarett. Nach der Zerstörung 1943 im Zweiten Weltkrieg ließ das Land Hessen die Anlagen restaurieren. Seitdem ist sie häufig Veranstaltungsort der Kunstausstellung "documenta" und dient der Kasseler Bevölkerung als Naherholungsgebiet.
Weitere Namen
Lusthaus Auegarten
Historische Namensformen
- Orangerieschloss (1703) [Zitat nach Archivregest StadtA KS Best. E 11 Nr. 80]
- Orangerie (1708) [HStAM Best. 495 P II Nr. 7294]
Ortstyp
Schloss
Lage
in der Karlsaue zwischen zwei Flussarmen der Fulda
Geschichte
Burggeschichte
Bereits Landgraf Wilhelm IV. ließ 1568 eine Gartenanlage mit Gewächshaus im Tal der Fulda anlegen. In diesem "Neuen Lustgarten" wurden exotische Pflanzen kultiviert, die aus fernen Ländern nach Kassel gebracht wurden. Fischteiche, Brunnen, Wasserspiele, Skulpturen schmückten den Park. Sein Nachfolger Landgraf Moritz der Gelehrte (1592-1627) richtete hier die "Typographia Mauritiana" ein, Kassels erste Buchdruckerei. Unter Landgraf Carl L(1670-1730), der namensgebend für die Aue wurde, entstand hier das Orangerieschloss. 1702 wurde auf seinen Wunsch hin mit dem Bau einer neuen Schlossanlage begonnen, da das alte Haus abgebrannt war. Zum Ensemble im barocken Stil gehörten neben großzügigen Pflanzensälen, einem Marmorbad, einem Küchenpavillon auch Wohnräume der fürstlichen Familie, die im Sommer genutzt wurden.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Orangerie zerstört, ging nach dem Krieg in den Besitz des Landes Hessen über und wurde wiederhergestellt.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Auf dem Gelände der heutigen Orangerie wurde 1568 ein ummauerter Schlossgarten durch Wilhelm IV. angelegt, mit einem kleinen Lustschloss am Südende. Sein Nachfolger Landgraf Moritz gestaltete den Garten Anfang des 17. Jahrhunderts um. Die heutige Orangerie wurde als Barockbau 1701 bis 1711 unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel nach französischen Vorbildern errichtet. Das Hauptgebäude ist 139,40 Meter lang, eine große Hufeisenförmige, Einflügelanlage begrenzt von zwei Pavillons. In den langen Galerien der Orangerie wurden die Orangenkübel überwintert.
Burgtyp
Bautyp
Schloss
Funktionstyp
Residenz
Nachweise
Literatur
- Kassel Lexikon, Band 2, S. 325-326
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 477
- Schlösser, Burgen, alte Mauern, S. 206-207
- Holtmeyer, Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel, Bd. VI, S. 320-323, S. 332-370
EBIDAT
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
- Urkataster+
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Orangerieschloss Kassel“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15299_orangerieschloss-kassel> (aufgerufen am 29.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/15299