Burg Schlüchtern
Basisdaten
Westlich der Altstadt in Schlüchtern steht ein dreigeschossiges Gebäude, dessen Ursprünge in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Vermutlich war das einstige Steinhaus von einem Wassergraben geschützt. Es gehörte den Herren von Trimberg, seit der Neuzeit den Herren von Lauter, die namensgebend für das Gebäude wurden. Heute befindet sich im Lauterschen Schlösschen das Bergwinkelmuseum der Stadt Schlüchtern.
Weitere Namen
Lautersches Schlösschen
Schlösschen
Historische Namensformen
- Schlüchtern, Johann von (1338) [Abschrift des 18. Jhdts. HStAM Best. Urk. 100 Nr. 5537]
- steinhus zu Sluchter (1362) [HStAM Best. Urk. 72 Nr. 445; Urkundenbuch der Herren von Hanau 3, S. 444 Nr. 396 Digitalisat]
Ortstyp
Burg; Schloss
Lage
Westlich der Altstadt von Schlüchtern; Schlüchtern, Schlossstraße 15.
Geschichte
Burggeschichte
Die zunächst außerhalb der Stadt gelegene Burg wurde später in die Stadtbefestigung mit einbezogen. 1338 besaßen die Herren von Trimberg hier einen befestigten Hof. Im Jahre 1362 belehnte Konrad von Trimberg Sanne von Schlüchtern, die Witwe Hermanns von Schlüchtern, mit dem "Festen Haus". Um 1440 kam der Besitz an Hans von Lauter, der die Anlage umbauen und erweitern ließ. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss beschädigt und 1675 für Hans Ernst von Lauter wieder aufgebaut.
1688 kauften die Herren von Dehn-Rothfels und 1798 der Salzverwalter Wilhelm Stickel das Gebäude. Durch die Brüder Grimm, die als Gäste im Schloss waren, ist eine Beschreibung der Anlage erhalten. Nach weiteren Besitzerwechseln erwarb die Stadt Schlüchtern 1902 das Schloss. Heute befindet sich hier das Bergwinkel- Museum der Stadt.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Errichtung eines Steinhauses im 14. Jahrhundert; nach Knappe erfolgte 1440 der Abbruch der Burg und ein größerer Neubau an gleicher Stelle. Durch eine Bauinschrift ist der Wiederaufbau des Schlosses im Jahre 1675 durch Ernst von Lauter belegt.
1978-1982 erfolgte ein grundlegender Umbau des Schlosses und Erweiterung des Bergwinkelmuseums.
Baubeschreibung
Ursprünglich wohl Gutshof mit Kemenate durch Wassergräben geschützt, dann unter den Herren von Lauter zum dreigeschossigen Steinbau mit Eckbuckelquadern umgebaut.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Wasserburg; Kemenate
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Quellen
Literatur
- Ratz, Das Lautersche Schlösschen in Schlüchtern, in: Mitteilungen des Heimat- und Geschichtsvereins "Bergwinkel", Band 30 (2012), Seite 67-74
- Hanna, Burgen und Schlösser im Kinzigtal, S. 63-64
- Hanna, Ministerialität, Macht und Mediatisierung. Die Ritteradligen von Hutten
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 371
- Dehio Hessen II S. 722
- Handbuch der Historischen Stätten Hessen, S. 374
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 426
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Schlüchtern“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15194_burg-schluechtern> (aufgerufen am 29.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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