Schloss Steinheim

Entstehungjahr unbekannt  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Basisdaten

Burg und Stadt Steinheim liegen am Höhenrand einer Basaltkuppe hoch über dem Main gegenüber von Hanau. Schon zur Zeit der Karolinger soll hier ein königlicher Hof bestanden haben, in dem eine Schwester Karls des Großen gewohnt haben soll. Die romanische Felsenburg wird ins 13. Jahrhundert eingeordnet, im 15. Jahrhundert wurde sie durch die Herren von Eppstein an die Mainzer Erzbischöfe verkauft. Diese besaßen sie bis 1802 und ließen Stadt und Burg befestigen und ausbauen.

Historische Namensformen

Ortstyp

Burg; Schloss

Lagebezug

3 km südlich Hanau

Lage

Im Südosten von Steinheim am Mainufer, Hanau-Groß-Steinheim, Schlossstraße 9.

Geschichte

Burggeschichte

Vermutlich bestand schon in der Karolingerzeit ein befestigter Königshof in Steinheim, der unter den herren von Eppstein zu einer Burg ausgebaut wurde. 1223 wurde die Burg erstmalig urkundlich erwähnt, in der Folgezeit mehrfach zeitweise verpfändet. Ob sie als Gegenpol zur gegenüberliegenden Burg Hanau diente, kann nur vermutet werden. 1301 wurde sie durch Ulrich von Hanau, der in diesem Krieg auf der Seite des Königs kämpfte, zerstört. Burg und der Ort Steinheim erlebten gemeinsam einen Bedeutungszuwachs mit der Verleihung der Stadtrechte 1320 durch Kaiser Ludwig der Bayer. 1425 verkauften die Herren von Eppstein die Burg an das Erzstift Mainz, das damit seinen Einfluss zwischen Mainz und Aschaffenburg absicherte. Die Burg wurde als Schloss ausgebaut und diente als Sommerresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Bis zur Säkularisierung (1802) blieben Stadt und Schloss in kurmainzischem Besitz. Lediglich während des Dreißigjährigen Krieges von 1631-1635 herrschten die Schweden und die Hanauer hier. Nach den Napoleonischen Kriegen kam Steinheim zu Hessen-Darmstadt, heute gehört das Schloss der Stadt Hanau.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Wohl Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, Funde mittelalterlicher Keramik lassen sich ab dem 13. Jh. nachweisen (zumeist 14./15. Jh.). In der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erneuert bzw. erweitert. Wiederaufbau nach der Zerstörung durch Graf Ulrich II. von Hanau. Im 15./16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau der Burg unter Kurmainz (1426-1431: Auf die drei gemauerten Stockwerke der beiden Gebäudeflügel wird ein viertes Stockwerk in Holzfachwerk aufgesetzt; 1431: Bau eines neuen Flügels im Südosten der Kernburg (Mainseite) , in welchem die Schlosskapelle im dritten Stockwerk untergebracht wurde; 1434-1459: Erweiterung des Nord-Süd verlaufenden Haupttraktes und nördlichen Querflügels. Aufstockung des Bergfrieds durch einen größeren Mittelturm, der durch vier kleinere Mitteltürmchen gekrönt wurde; 1555: Amtshaus und Registratur; 1562: Marstall; 1564: Brunnen vor den Amtshäusern); 1631 von schwedischen Truppen erobert; im 18. Jahrhundert Abbruch des Ostflügels und weiterer Teilbereiche des Schlosses.

Baubeschreibung

Vorhanden sind von der mittelalterlichen Anlage noch eine Ringmauer mit Türmen und ein Bergfried. Während der Mainzer Zeit wird die Anlage im 16. Jahrhundert durch Erzbischof Daniel Brendel von Homburg (1555-1582) in ein Renaissanceschloss verwandelt. Ab 1804 wird das Schloss durch Großherzog Ludwig I. von Hessen-Darmstadt als Residenz für seinen Sohn umgestaltet.

Denkmaltopographie

DenkXweb Schloss Steinheim

Burgtyp

Bautyp

Ringmauerburg

Rechtstyp

Landesburg

Funktionstyp

Adelssitz; Schloss

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schloss Steinheim“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15188_schloss-steinheim> (aufgerufen am 31.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/15188

Indizes

Schnitt der den Bergfried des Steinheimer Schlosses, 1885Grundriss und Querschnitte des Bergfried des Schlosses Steinheim, 1885