Burg Steinau

Entstehungjahr unbekannt  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Basisdaten

Das Schloss in Steinau an der Straße gehört zu den frühesten, bedeutendsten und gut erhaltenen Renaissanceschlössern in Hessen. Erbauer waren die Grafen von Hanau, die die Anlage als Nebenresidenz und als Witwensitz nutzten. Schon im Mittelalter stand hier eine Burg, die die Kreuzung der alten Handelsstraßen von Frankfurt nach Leipzig, zwischen Vogelsberg und Spessart nach Franken hin beherrschte. Das Schloss war eine wichtige Etappenstation und gab so dem Ort Steinau den Beinamen "an der Straße". Auf dem Weg zur Kaiserwahl in Frankfurt nahmen durch die Jahrhunderte hin zahlreiche Fürsten in der Stadt und auf dem Schloss der Hanauer Grafen Quartier. Heute gehört die Anlage dem Land Hessen und enthält ein Schlossmuseum und eine Brüder-Grimm-Gedenkstätte.

Historische Namensformen

Ortstyp

Burg

Lagebezug

6,5 km südwestlich von Schlüchtern

Lage

Auf einem leichten Höhenvorsprung südlich der Altstadt von Steinau am Rande der Stadt

Geschichte

Burggeschichte

Zur Sicherung der fuldischen Besitztümer im oberen Kinzigtal wurde die Burg (nach Knappe im 12. Jh.) errichtet und den Grafen von Rieneck zum Lehen gegeben. Über das genaue Aussehen der Anlage, die die Kreuzung großer alter Handelsstraßen beherrschte, ist nichts bekannt. Mit der Heirat zwischen Ulrich I. von Hanau und Elisabeth von Rieneck in 1270 fielen Stadt und Burg als Mitgift an die Herren von Hanau. Diese ließen die alte Burg durch eine große Anlage in Zusammenhang mit der Stadtmauer und einem hoch aufragenden Bergfried errichten. Als Zollburgund zeitweise Hanauer Nebenresidenz wurde sie Verwaltungsmittelpunkt des Amtsbezirkes Steinau und somit wichtigster Stützpunkt in der Obergrafschaft. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg als repräsentatives Schloss im Renaissancestil ausgebaut. Es diente als fürstliches Quartier zwischen den Messestädten Frankfurt und Leipzig und als Station zur Kaiserwahl nach Frankfurt. Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten wohnten während ihrer Reisen im Schloss, so u.a. 1561 Wilhelm I. von Nassau-Oranien oder1573 Herzog Heinrich von Anjou als polnischer König (1573-1575, als Heinrich III. von 1574-1589 französischer König). Lehnsmänner der Herren von Hanau wie die Ebersteiner oder die von Hoelin erhielten Burgmannensitze in der Schlossanlage und in der Stadt. Das Schloss diente auch als Witwensitz der Hanauer Gräfinnen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss mehrfach erobert, so von den Truppen des Kroaten Graf Isolani im Jahre 1634, im Folgejahr von Rittmeister Sanden aus Aschaffenburg und im Sommer des Jahres 1646 durch kaiserliche Truppen.
1736 fiel die Grafschaft Hanau durch das Aussterben der Linie Hanau-Lichtenberg an die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Im Siebenjährigen Krieg wurden die Stadt und Schloss Steinau durch französische Truppen besetzt. Im 19. Jahrhundert nutzte man das Schloss als Amtsgebäude und richtete Wohnungen ein.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Unter Ulrich I. (reg. 1280-1306) Bau des Vierkantbergfrieds; bedeutendste Umbauphase zum Renaissanceschloss unter Graf Philipp II. (reg. 1512-1529) im 16.Jahrhundert ein; Verleihung der Stadtrechte an Steinau durch König Rudolf von Habsburg im Jahre 1290 bewirkte Ausbau der Stadt und Burgbefestigung; nach Bau des quadratischen Bergfrieds 1429 erfolgte ein Umbau der Anlage. 1525-1553 vollständiger Umbau im Stil der Renaissance: dreistöckige Westflügel (1525-1528); Erweiterung des Halsgrabens; Bau weiterer Gebäude, teilweise auf alten Grundmauern; unter der ersten Fensterreihe des nördlichen Torhauses leere Wappentafel mit Jahreszahl 1551; Wappen vermutlich unter französischer Besatzung entfernt;

Baubeschreibung

Das im 16. Jahrhundert entstandene Renaissance-Schloss ist nahezu unverändert bis heute Dach erhalten. Aus dem Mittelalter stammt der quadratische, 41 m hohe Bergfried. Das Schloss hat einen fünfeckigem Grundriss. Vier der fünf Ecken sind mit vorspringenden Wohngebäuden, den sog. "Winkelbauten" (zweiflüglige Gebäude mit Treppentürmen) besetzt, in deren Mauern Schießscharten haben.

Denkmaltopographie

DenkXweb Schloss Steinau

Burgtyp

Bautyp

Ringmauerburg

Rechtstyp

Landesburg

Funktionstyp

Adelssitz; Amtssitz; Schloss

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Burg Steinau“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15187_burg-steinau> (aufgerufen am 30.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/15187

Indizes