Hof Netz (Langenstein)

Hof Netz, Gesamtansicht
Basisdaten
An der heutigen Stelle eines Hofes südöstlich von Langenstein im Netzbachtal am Rande der Ohmniederung lag ehemals eine burgartig befestigte Anlage. Vermutlich wurde diese Burg um 1520 von Hans von Dörnberg errichtet. Im 16. Und 17. Jahrhundert ging die Burganlage von Hessen zu Lehen. Noch 1782 wird für den Hof Netz u. a. eine Burg mit Wallgraben genannt. Erhalten sind Reste des Wallgrabens und Relikte des Fundaments der Burganlage.
Historische Namensformen
- Netze (1708/1710) [ [Schleenstein, Landesaufnahme Hessen-Kassel]
Ortstyp
Adelshof; Wasserburg; Herrenhaus
Bezeichnung der Siedlung
- hof (1577)
- adliger Hof (1655 und 1786)
- Burg (1782)
- Landgut (1813)
Lagebezug
14 km ostnordöstlich von Marburg gelegen
Lage
Der Gutshof liegt südöstlich von Langenstein im Netzbachtal am Rande der Ohmniederung nahe der B 454.
Geschichte
Laufzeit
um 1520–
Besitzgeschichte
1480 erhält Hans von Dörnberg vom Landgrafen Heinrich III. Besitzungen in diesem Gebiet zum Lehen. Um 1520 lässt er zur Sicherung dieses Besitzes eine kleine Burg errichten. 1577 steht der Hof der Netz-Mühle dem Rentmeister zu Marburg zu. 1605 erlangt der hessische Rat Johann Magnus aus Kirchhain Dienstbefreiung für die von ihm erworbene Netz-Mühle. Später ist der adlige Hof nebst Mühle im Besitz der Familien von Gall, die ihn 1816 an die Freiherren von Fürstenberg verkaufen. 1858 ist das verpachtete Gut Eigentum des Freiherren von Dörnberg.
Adel
Herren von Dörnberg
Sonstiges
In den Jahren 1723 und 1754 wird am Ort zudem ein adliges Haus der von Radenhausen genannt, das 1782 aber schon nicht mehr erwähnt wird und dessen Beziehung zum adligen Hof der von Familie Gall unklar ist.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Vor 1520 wird auf der offenbar verlassenen Siedlung eine Wasserburg errichtet. Die benachbarte Netz-Mühle scheint im Gegensatz zur Siedlung weiterzubestehen. Für das Jahr 1782 wird für den Hof Netz u.a. eine Burg mit Wallgraben genannt. Ein zum Hof gehöriges Herrenhaus wird 1910 abgerissen.
Baubeschreibung
Die Burg hatte einen quadrartischen Grundriss von etwas 25 Metern. Der Wassergraben war ca. 11 Meter breit.
Erhaltungszustand
Noch schwach im Gelände erkennbar sind Reste des Wallgrabens, der die Wasserburg umgab. Darüber hinaus haben sich Fundamentreste der Burganlage im Boden erhalten.
Burgtyp
Bautyp
Niederungsburg; Wasserburg
Rechtstyp
Lehnsburg
Funktionstyp
Adelssitz
Nachweise
Literatur
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 246-247
- Denkmaltopographie Landkreis Marburg-Biedenkopf, Bd. I, S. 320
- Kern, Amöneburger Becken, S. 203
- Müller, Langenstein, in: Küther (Bearb.), Kirchhain, Stadt an Ohm und Wohra in Wort und Bild, 1977, S. 183-196
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 213
- Hof Netz bei Langenstein: eine frühere Befestigungsanlage mit Hof und Mühle / Schneider, Alfred. - In: Amöneburger Blätter, Bd. 11 (1997), 2, S. [1]-11
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
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Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hof Netz (Langenstein)“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15129_hof-netz-langenstein> (aufgerufen am 09.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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