Burg Etzgerode

Basisdaten
Die Burg befand sich vermutlich in einer Senke 1,5 km ostnordöstlich von Speckswinkel. Über den Errichtungszeitpunkt sowie den Bauherrn der Burganlage liegen keine urkundlichen Informationen vor. Im Jahr 1434 trägt Adolf von Hirzenhain dem Landgrafen Heinrich I. von Hessen Etzgerode genannte Burg zu Lehen auf. Bei der Burg handelte es sich möglicherweise um eine turmburgartige Anlage mit doppeltem Wassergraben. Im Laufe des 16. Jahrhunderts verfiel die Burg offenbar allmählich, so dass sie 1572 als wüst bezeichnet wird. Relikte der Mauern existierten noch Anfang des 19. Jahrhunderts, bis heute ist davon allerdings nichts mehr erhalten.
Historische Namensformen
- Etczenrade (1434) [Landgrafen-Regesten online Nr. 2771]
Ortstyp
Burg
Bezeichnung der Siedlung
- Schloß (1434) [Landgrafen-Regesten online Nr. 2771]
- altes Schloß (1572)
- alter Thurm (1734)
- Mauerstumpf (Flurname)
Lagebezug
23 km ostnordöstlich von Marburg gelegen
Lage
In einer Senke zwischen Momberg und Speckswinkel, nordwestlich von Neustadt, lag eine Burganlage, von der nichts erhalten geblieben ist.
Geschichte
Burggeschichte
Der Name des 1359 als wüst bezeichneten Dorfes scheint auf den Burgsitz Etzgerode in der Gemarkung Speckswinkel übergegangen zu sein. Der besagte Burgsitz ist wohl bis zum Jahr 1572 ebenfalls wüst gefallen. Erst im 17. oder 18. Jahrhundert entstand der 400 m nordwestlich gelegene Hof Etzgerode möglicherweise als Restsiedlung der Wüstung Etzgerode.
Laufzeit
–vor 1572
Besitzgeschichte
Die Burg scheint zunächst den Herren von Momberg gehört zu haben, die sie zu einem unbekannten Zeitpunkt denen von Hirzenhain übergaben. 1434 trägt Adolf von Hirzenhain dem Landgrafen Heinrich I. von Hessen seine Burg Etzgerode zu Lehen auf, den er vielleicht von den von Momberg ererbt hatte (der Taufname des Sohnes Adolf lautete Mumenberg).
Adel
Herren von Momberg
Herren von Hirzenhain
Abgang
Im Jahr 1572 wird der Burgsitz als wüst bezeichnet.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
1711 existierte wohl noch ein viereckiger 8,6 m hoher quadratischer Turm (9x 9 m) mit Zinnen. In dieser Form wird er auf einer Karte von 1734 dargestellt.
Baubeschreibung
Bei Burg Etzgerode handelte es sich vermutlich um eine mit doppeltem Graben gesicherte Turmburg.
Erhaltungszustand
Reste des Mauerwerks waren in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts noch erkennbar. Nach Knappe könnten die in diesem Gebiet liegenden Teiche möglicherweise Reste der früheren Wassergräben der Burg sein.
Burgtyp
Bautyp
Niederungsburg; Turmburg; Wasserburg
Rechtstyp
Lehnsburg
Nachweise
Literatur
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 249
- Historisches Ortslexikon Marburg, S. 86
- Denkmaltopographie Landkreis Marburg-Biedenkopf, Bd. I, S. 469
- Landau, Wüste Ortschaften, S. 268 und 271
- Malkmus, Chronik der Stadt Neustadt. Main-Weser-Bahn, 1904, S. 32-33
- Schneider, Die früh- bis spätmittelalterlichen Befestigungen des Amöneburger Umlandes. Sonderheft der Amöneburger Blätter (2003), S. 11
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Burg Etzgerode“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14976_burg-etzgerode> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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