Burg Winnerod

Entstehungjahr unbekannt  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Gemarkung
Winnerod
Landkreis
Gießen
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Basisdaten

Hinter dem heutigen Herrenhaus des Hofguts Winnerod wurden 1873 im höher gelegenen ehemaligen Park die Grundmauern eines burgartigen Hauses gefunden. Der heutige Zustand des Hofguts geht auf das 19. und 20. Jahrhundert zurück. 1999 wurde auf dem Gelände ein Golfplatz eröffnet.

Ortstyp

Burg; Herrenhaus

Lagebezug

3 km nordöstlich von Reiskirchen

Lage

Hinter dem heutigen Herrenhaus im hochgelegenen ehemaligen Park wurden Fundamente der mittelalterlichen Burganlage gefunden.

Geschichte

Besitzgeschichte

Der mittelalterliche Burgbau gehörte seit dem 14. Jahrhundert den Herren von Windhausen, die 1612 im Mannesstamm ausstarben. Winnerod kam in den Besitz der von Buseck genannt Münch und nachdem diese Familie 1750 ausgestorben war, kaufte um 1765 der Freiher Jakob von Zwierlein den Herrensitz. 1872 erwarb der Fabrikant Georg Karl Zimmer das mittlerweile verschuldete Gut, das unter seinem Schwiegersohn Ludwig Clemm ab 1902 zur heutigen Hofanlage ausgebaut wurde. Nach mehreren Besitzwechseln kauften 1973 Gisela und Josef Lischka das Gut und eröffneten dort 1999 einen Golfplatz.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Der mittelalterliche Bau, vermutlich ein burgartiges Haus, lag hinter dem heutigen Herrenhaus und existierte im 14. Jahrhundert. Vermutlich im frühen 17. Jahrhundert ließ Friedrich Ludwig von Buseck genannt Münch ein neues Wohnhaus errichten; 1801 ließ Friedrich Salentin von Zwierlein das heutige Herrenhaus erbauen.

Erhaltungszustand

Sichtbare Reste der mittelalterlichen Burganlage existieren nicht.

Grabungen und Funde

Bei Ausgrabungen wurden 1873 auf dem Gelände des ehemaligen Parks 1,5 m starke Grundmauern eines mittelalterlichen Herrensitzes gefunden.

Denkmaltopographie

Der von Nordwest nach Südost verlaufende klassizistische Rechteckbau, ein dreigeschossiges, verschindeltes Fachwerkgebäude mit hohem Kellersockel und leicht geschweiftem Walmdach, ist mit seiner völlig symmetrisch ausgeprägten, neunachsigen Fassade auf den Hof ausgerichtet. Einziger Schmuck des Gebäudes, das früher durch einen mittig aufgesetzten, schlanken Uhrturm gekennzeichnet war, sind die gleichmäßig gereihten hochformatigen Fenster mit Klappläden, die im Obergeschoss etwas kleiner ausfallen, und das in der Gebäudemitte angeordnete flach übergiebelte Portal, zu dem eine steile Freitreppe emporfuhrt.
Einschließlich der brückenartigen zwei bogigen Verbindung zum hoch gelegenen Areal des ehemaligen Parkes und des wesentlich später entstandenen Nebengebäudes, dessen zum Hof ausgerichtete, symmetrisch gegliederte Fassade klassizistische Formen adaptiert, sowie einschließlich der erst nach der Jahrhundertwende entstandenen Wirtschaftgebäude, die den großflächigen Wirtschaftshof rahmen und deren Südansicht das Ortsbild in starkem Maße prägen, ist die gesamte Hofanlage aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen Kulturdenkmal.

Burgtyp

Bautyp

Höhenburg; Herrenhaus

Funktionstyp

Adelssitz

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Burg Winnerod“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14833_burg-winnerod> (aufgerufen am 30.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14833

Indizes

Winnerod