Schloss Langenschwarz

Basisdaten
Von der ehemaligen Wasserburg sind heute keine sichtbaren Reste mehr vorhanden. Sie war Stammsitz der Familie von Schwarza, später - als Schloss - Stammsitz der von Langenschwarz. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde das Schloss renoviert und ausgebaut. Auf ein massives Erdgeschoss wurde ein Fachwerkstockwerk gesetzt. Im 19. Jahrhundert kauften Privatleute das Schloss nach dem Aussterben der Familie von Langenschwarz. Das Gebäude wurde teilweise als Schule und als Kirche genutzt. Die Kirche wurde 1964 erweitert, indem man den ehemaligen Schulsaal einbezog.
Historische Namensformen
- Schwarza, Siegfried von (1387) [Zitat nach Archivregest HStAD Best. B 13 Nr. 68]
- Langen Swartza (1506) [HStAM Best. Urk. 76 Nr. 475, vgl. Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 494]
- Langenschwarz (1794) [HStAM Best. Urk. 80 Nr. 300]
Ortstyp
Schloss
Lagebezug
12 km nordwestlich von Hünfeld
Lage
Burghaun-Langenschwarz, Schlossweg 1
Der Nachfolgebau der ehem. Wasserburg, das heutige Schloss, liegt mitten im Ort in unmittelbarer Nähe zum Schwarzbach.
Geschichte
Burggeschichte
Auf dem Platz einer ehemaligen Wasserburg mitten im Ort wurde im 16. Jahrhundert ein kleines Schloss errichtet sowie später eine Kapelle (1737). Die Burg war Stammsitz der Adelsfamilie von Schwarza, die seit 1293 in Quellen nachweisbar ist und wiederholt als Zeugen in Urkunden genannt wurde (1384, 1389, 1397, 1414). Ab dem 16. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Familie von Buchenau. Sie gestaltete die Anlage schlossartig im Renaissancestil um. 1506 bestätigte Georg von Buchenau die Belehnung mit Langenschwarza und weiteren Orte. 1677 kaufte der Fürstabt von Fulda den Besitz und übergab ihn an seinen Vizekanzler Ludwig Joannis. Dieser wurde Ahnherr einer Familie von Langenschwarza; noch 1794 belehnte der Abt von Fulda Anne Maria von Langenschwarz, Ulrika und Henriette von Mansbach, Therese von Schlern und Sophie von Börswart geb. von Bastheim mit den Lehen zu Langenschwarz.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Von der ehemaligen Wasserburg zeugen noch einige Gräben, die als Senken erkennbar sind. Vermutlich stammen die Kellergewölbe noch aus der mittelalterlichen Zeit. Im 16. Jahrhundert wurde ein kleines Schloss errichtet, das im Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert zerstört wurde. Die Gebäude wurden im 18. Jahrhundert erneuert, nachdem der fuldische Kanzler Joanis die Anlage übernommen hatte. 1737 wurde im Untergeschoss eine Kapelle eingebaut, die noch heute als katholische Kirche St.Johannes genutzt wird.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Wasserburg
Rechtstyp
Stammsitz
Funktionstyp
Amtssitz; Schloss
Nachweise
Literatur
- Ascher, Ortsnamen des Landkreises Fulda, S. 494
- Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 537
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 196
- Sturm, Bau- und Kunstdenkmäler des Fuldaer Landes, Bd.2, S. 207-209
- Lübeck, Alte Ortschaften des Fuldaer Landes, Bd.1, S. 127-130
- Weber, Die Geschichte des Kreises Hünfeld, S. 37-38
- Paul Illgner, Zur Geschichte des Adels im Kreise Hünfeld. Fuldaer Geschichtsblätter 10, 1911, S. 165.
- Paul Illgner, Ueber Burgen und sonstiges ehemaliges Befestigungswesen im Kreise Hünfeld. Fuldaer Geschichtsblätter 10, 1912, S. 91.
EBIDAT
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
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Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Langenschwarz“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14822_schloss-langenschwarz> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14822
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