Schloss Hofheim

Die Lage von Hofheim, Schloss im Orthofoto
Basisdaten
Im 14. Jahrhundert errichteten die Herren von Kronberg eine befestigte Burg südlich des mittelalterlichen Stadtkerns von Hofheim. Das Schloss, wie es genannt wurde, war über eine Brücke mit der Stadt verbunden. Von den ehemaligen Wohnbauten ist keiner erhalten, doch sind die Grundmauern und die ehemaligen Wassergräben der Anlage noch deutlich sichtbar.
Weitere Namen
Wasserschloss Hofheim
Historische Namensformen
- Burgmann in Hofheim (1356) [Zitat nach Regest Löffler, Die Herren und Grafen von Falkenstein, S. 248-249, Nr. 1140]
- Hofeheim burg und stat (1363) [Urkundenbuch der Herren von Hanau 3, S. 462-463, Nr. 417 Digitalisat]
- Burg Hofheim (1400) [Zitat nach Regest Löffler, Die Herren und Grafen von Falkenstein, S. 397, Nr. 1910]
- burgke Hobheim (1415) [HHStAW, 340, U 10333]
- Burg zu Hofheim ... Schloss zu Hofheim (1468) [Zitat nach Archivregest HHStAW, 3002, XIII 1 fol. 77 v f]
Ortstyp
Schloss
Lagebezug
17 km südwestlich von Frankfurt am Main
Lage
Im Süden der Stadt Hofheim, Kellereiplatz
Geschichte
Burggeschichte
1352 verlieh Kaiser Karl IV. Philipp VI. von Falkenstein Stadtrechte für Hofheim sowie das Recht eine Burg zu erbauen. 1356 wurde ein Burgmann für Hofheim erstmals urkundlich erwähnt. 1364 wurden Burg und Stadt Hofheim während des "Reichskriegs" (1364-1366) gegen Philipp VI. von Falkenstein von den vier Wetterauer Reichststädten erobert und fielen an das Erzstift Mainz als Folge des Reichskrieges. 1400 wurden Stadt und Burg mehrfach verpfändet, so 1429 an die Herren von Kronberg. 1460 kaufte der Mainzer Erzbischof die Burg zurück, veräußerte sie bereits 1478 an die Herren von Eppstein-Königstein. Von diesen fiel sie 1535 an die Grafen von Stolberg und nach Einlösung des Pfandes gelangten 1561 Burg und Stadt wieder an Mainz.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg beschädigt, als Sitz von niederadeligen Vertretern der Mainzer Stadtherren genutzt. 1717-1722 wurde ein neues Amtsgebäude errichtet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde ein Großteil der Anlage abgerissen und die mittelalterlichen Wassergräben zugeschüttet.Seit 1875 gehört die Anlage der Stadt Hofheim.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
Der Bau der mittelalterlichen Ringmauer wurde mittels dendrochronologischer Untersuchung auf die Mitte des 14. Jh.s (1354/55) datiert. Vermutlich entstanden in dieser ersten Bauphase auch das südliche Tor mit Torturm und vermutlich der Bau des Wohngebäudes im Westen der Kernburg. Im 16. Jahrhunderts fanden umfangreiche Baumaßnahmen statt. 1562 wurde der Marstall mit zwei Speichern genannt. Nach der Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges kam es 1667 zum Abbruch des Wohnbaus. 1687 wurde das Kelterhaus an seiner Stelle errichtet. 1686/87 erfolgten Instandhaltungsmaßnahmen am Marstall. 1811 wurde der Wassergraben verfüllt.
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Wasserburg
Funktionstyp
Amtssitz
Nachweise
Literatur
- Ottersbach, Die Burgen der Herren und Grafen von Hanau
- Dehio Hessen II S. 465
- Ottersbach, Frankfurt & Rhein-Main, Burgen und Schlösser, S. 108
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 478-479
- Michael Nitz u. a., Main-Taunus-Kreis; Kulturdenkmäler in Hessen
- Biller, Burgen im Taunus und im Rheingau, S. 1454-148
- Bethke, Main-Taunus-Land, S. 85-89
- Schäfer, Herren von Eppstein
- Löffler, Die Herren und Grafen von Falkenstein (Taunus), Bd.2 Regesten
- Handbuch der Historischen Stätten Hessen S. 233-234
EBIDAT
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schloss Hofheim“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/14763_schloss-hofheim> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/14763